Zwei Glarnerinnen eröffnen ersten Unverpackt-Laden
Die speziellen Kästen für das Getreide, für offenen Hafer, Ur-Dinkel, Roggen, Gerste, Hirse, Linsen, Mais, Weizen oder auch Bio-Teigwaren sind geputzt, aber noch nicht gefüllt. Die Ware ist teils parat und wird teils noch frisch bis Samstag angeliefert.
Kurz vor der Eröffnung haben Mutter Ursi Vögeli und Tochter Nadja Vogel-Vögeli alle Hände voll zu tun. Vor allem im vorderen Teil des Ladens, wo die Lebensmittel präsentiert werden. Den Haushalt-Bereich im hinteren Teil des Ladens haben sie bereits eingerichtet.
Die Vorfreude auf die Eröffnung ist den beiden Glarnerinnen gut anzumerken. Zufrieden wirkt auch der dreimonatige Jim, der ihnen von seiner Kuscheldecke aus zuschaut.
Die Initiative ist von der 22-jährigen Tochter ausgegangen, wie die 55-jährige Mutter erzählt. Die Tochter hat ursprünglich Fachfrau Betreuung gelernt, ist aber schon länger begeistert von der «Zero Waste»-Philosophie. Das heisst: möglichst wenig Abfall verursachen und unnötiges Verpackungsmaterial vermeiden. Ursi Vögeli hat bislang hauptberuflich ein kleines Reinigungsunternehmen betrieben.
Mit dem eigenen Gefäss abfüllen
Wer in Ursi's Füllbar einkaufen will, muss also geeignete Behälter mitbringen, seien dies Flaschen, Gläschen oder Tupperware. Es kann auch ein Papiersack sein. Man kann sich aber auch passende Behältnisse im Laden kaufen – von der Edelstahlbox über verschraubbare Gläser bis zum vom Alo-Job produzierten wiederverwertbaren Stoffsäckchen.
Nadja Vogel zeigt im Non-Food-Bereich, wie das unverpackte Einkaufen bei den diversen Putzmitteln funktioniert. «Die beim Null-Müll-System verwendeten grossen Kanister mit Geschirrspülmittel, Allzweckreiniger, Fett- oder Kalklöser sind aus rezykliertem Plastik», erklärt Vogel. Sie würden vom Händler zurückgenommen, gereinigt und wieder gefüllt.
«Bezahlt werden die Putzmittel im Laden nach Gewicht. Mit Wasser verdünnen kann man sie dann zu Hause», so Vogel weiter. Sie nimmt ein kleines Gefäss mit Sauerstoffbleiche in die Hand.