Obwohl ich durch den coronabedingten Lockdown am 16. März keine Bewegungseinschränkungen hatte, fotografierte ich ständig von einem Fenster meiner Wohnung in Mollis aus den angrenzenden Sportplatz, wo normalerweise immer Schüler, Jugendliche und Nachbarkinder sich aufhalten. Zum Glück musste ich dabei keinen Mord beobachten, sondern sah die Geschichte der Covid-19-Pandemie.
Der Sportplatz liegt an der Schulstrasse. Während der ersten Wochen nach dem Lockdown war der Sportplatz wie leer gefegt. Das war normal für mich, da ich draussen auch sonst nur wenige Menschen antraf. Die meisten blieben eben zu Hause, ganz nach der Aufforderung des Bundesrates: «Stay at Home». Am 2. April entdeckte ich auf dem Sportplatz ein Mädchen, das alleine mit einer Puppe am Spielen war. Für mich war das ein trauriges Bild, weil es die Folgen für die Kinder in Zeiten von Corona verdeutlichte. Im April sah ich ausserdem auch mehrere Familien auf dem Sportplatz. Und am vergangenen Sonntag, am Tag vor der offiziellen Wiederöffnung der Schulen, fotografierte ich dort eine grössere Gruppe von Kindern und Jugendlichen. Einige spielten Fussball und genossen das sommerliche Wetter. Am ersten Schultag kehrte dann noch mehr Leben zurück auf den Sportplatz – fast so, wie vor dem Lockdown.