Ziehen ist doch verboten?
Vali findet, ich müsste schon lange Lawinenhund sein. Denn wenn es darum geht, Menschen unter dem Schnee aufzuspüren, bin ich mit grosser Begeisterung dabei. Und das ist die Aufabe eines Lawinenhundes, so viel habe ich begriffen. Also waren Vali und ich im April erneut in Alpnach. Da waren wir im Oktober schon einmal gewesen. Einstiegsprüfung für die Lawinenhundeausbildung hiess der Anlass, und ich hatte nicht bestanden. Zwar hatte ich drei der vier Aufgaben mit Bravour gelöst, doch als ich auf Valis Geheiss zu einem winkenden Statisten laufen sollte, wusste ich nicht wohin, und offenbar ist das ein ganz wichtiger Teil der Prüfung. Vali findet das zwar nicht und schimpft, dass ich diese Aufgabenstellung als Lawinenhund nie brauchen würde. Doch für die Aufnahme in den Kurs scheint sie unverzichtbar zu sein. Also präsentierten wir uns im April erneut, und das Resultat war wieder das gleiche. Ich verstand, dass ich zu Menschen laufen sollte und lief zu den Zuschauern. So verpasste ich den Statisten, der eigentlich auf mich wartete. Vali war ziemlich enttäuscht und führte den Irrtum auf mein schlechtes Auge zurück. Doch aufgeben will er nicht und plant, im Herbst einen neuen Anlauf zu nehmen: «Bis dahin müssen wir einen Weg finden, die Aufgabe anders zu trainieren. Einen, der über die Nase führt.»
Zwangspause
Mir soll es recht sein, denn Training macht Spass, und es gibt dabei immer ganz viele Leckereien zu verdienen. Allerdings hatte ich kürzlich eine Pause, weil ich mir das linke Vorderbein aufgeschlitzt hatte. Eigentlich war ich einfach mit Seraina sowie den anderen Hunden unterwegs gewesen, und wir tollten herum. «Madame Vollgas» pflegt mich Vali in solchen Momenten liebevoll zu schimpfen. Irgendwie kam ich dabei an der scharfen Kante eines hervorstehenden Blechs an. Als Seraina das Blut bemerkte, war die Aufregung natürlich gross, und wir fuhren wieder einmal zum Tierarzt, wo das Bein genäht wurde und ich einen Verband verpasst bekam.