Zahlreiche Mängel bei Bündner und Glarner Käse
Die Käseherstellung auf Alpen und im Talgebiet hat sowohl in Graubünden wie auch in Glarus eine lange Tradition. In Graubünden gibt es rund 120 milchverarbeitende Alp- und 50 Talbetriebe. In Glarus etwa 40 milchverarbeitende Alp- und fünf Talbetriebe. Anlässlich einer im Jahr 2018 durchgeführten Untersuchungskampagne mussten 68 Prozent der erhobenen Proben beanstandet werden, wie der Kanton Glarus mitteilt. Die meisten aufgrund mangelhafter Deklaration. Ziel der diesjährigen Untersuchungen war es, zu überprüfen, ob sich die Situation verbessert hat.
Im Frühling und Sommer haben die Lebensmittelkontrolleure der Kantone Graubünden und Glarus zehn Halbhart-, acht Weich- und fünf Frischkäse in konsumreifem Zustand erhoben, wie es in der Mitteilung heisst. Im Labor wurden die Proben mikrobiologisch und chemisch untersucht. Zudem wurden aufgrund der chemischen Resultate die Angaben zum Fettgehalt, zur Festigkeitsstufe und zur Hitzebehandlung überprüft.
Das Problem sind Kennzeichnungsmängel
Insgesamt erwiesen sich 13 von 23 Proben als nicht konform. Davon eine wegen mangelhafter mikrobiologischer Qualität und zwölf wegen Kennzeichnungsmängeln, wie der Kanton Glarus mitteilt. Bei fünf Proben stimmte die deklarierte mit der analytisch nachgewiesenen Hitzebehandlung nicht überein. Fünf Käse mussten wegen eines falsch deklarierten Fettgehaltes und drei Käse wegen einer falsch deklarierten Festigkeitsstufe beanstandet werden. Die Käseproduzenten wurden aufgefordert, die Deklaration anzupassen beziehungsweise Optimierungen bei der Herstellung einzuleiten.
Gegenüber der Untersuchungskampagne im Jahr 2018 ist die Beanstandungsquote dieses Jahr zwar tiefer ausgefallen. Allerdings sei bei der Deklaration der Käse nach wie vor ein grosses Problem zu orten, schreibt der Kanton Glarus in seiner Mitteilung. Erfreulich sei jedoch der Umstand, dass die mikrobiologische Qualität der untersuchten Käse sehr gut war. (kea)