Wohnortwechsel ohne Gang aufs Amt
Das Portal von «eUmzug.swiss» Schweiz ermöglicht einer meldepflichtigen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, ihre Wohnortswechsel elektronisch abzuwickeln. Auch Graubünden hat als einer der ersten Kantone Anfang August 2018 das Projekt «eUmzug» gestartet.
42 von 106 Gemeinden dabei
«Insgesamt 42 Gemeinden in Graubünden sind bereits an die ‘eUmzug’-Plattform angeschlossen», sagte Lorenz Tanner, Leiter vom Amt für Informatik Graubünden jetzt gegenüber Radio «Südostschweiz». So könne der Wohnortswechsel innerhalb der Schweiz online gemeldet werden und der Nutzer müsse nicht zwingend beim Einwohneramt vorbeigehen. Der Umzug in eine andere Gemeinde kann somit auch ausserhalb der Schalteröffnungszeiten erfolgen.
Die Hälfte der Schweizer Kantone ist bereits auf der Plattform aufgeschaltet. «Insgesamt 30 Prozent aller Gemeinden in der Schweiz befinden sich darauf», so Tanner. Warum gewisse Gemeinden noch nicht Teil von «eUmzug» seien, habe folgende Gründe: «Bei gewissen Gemeinden ist die Software-Lösung der Einwohnerdienste noch nicht vorbereitet.» Ausserdem müsse der Kanton die Koordinationsfunktion übernehmen, was noch nicht in jedem Kanton der Fall sei.
In Graubünden zählen nebst einigen kleineren Gemeinden auch Davos, Schiers, Zizers, Ilanz und Vaz/Obervaz zu den Gemeinden, welche noch nicht Teil des Projektes sind.
Auffällig ist ausserdem, dass viele Gemeinden in der Surselva, im Prättigau oder im Hinterrheintal noch nicht auf «eUmzug» registriert sind. Die italienisch sprechenden Südtäler Misox und Calanca sind nicht Teil von «eUmzug». Die beiden Täler greifen auf EDV-Lösungen des Kantons Tessin zurück. Das Tessin ist jedoch nicht am Projekt beteiligt.
Weniger persönlichen Kontakt
Für die Gemeinden ist die Teilnahme bei «eUmzug» mit Kosten von nur wenigen Hundert Franken verbunden. Für Wochenaufenthalter steht der Dienst jedoch nicht zur Verfügung.
Innerhalb des Projektes ist es möglich, von einer teilnehmenden Gemeinde in eine nicht teilnehmende Gemeinde umzuziehen, wie «eUmzug» auf der Webseite schreibt.
Die meisten Rückmeldungen zum Projekt fielen positiv aus, sagte Lorenz Tanner. Was jedoch fehle, sei der erste persönliche Kontakt. Viele Gemeinden würden die Zuzügler gerne persönlich kennenlernen.
Die Benutzung von «eUmzug» ist freiwillig und führt zu keinen Mehrkosten für die Einwohnerinnen und Einwohner.