«Wir haben einen Bündner Corona-Hotspot entdeckt»
Frau Jamnicki, im Churer Welschdörfli haben am letzten Wochenende sehr viele Leute gefeiert. Vom vorgeschriebenen Abstand ist auf Bildern nicht viel zu sehen. Wie nehmen Sie solche Meldungen auf?
Ich nehme die Bilder von diesem Wochenende sehr besorgt auf. Ich kann es nicht anders sagen: Das war verantwortungsloses Verhalten. Als ob nichts gewesen wäre.
Was braucht es jetzt?
Ich hoffe, dass es nicht viele Kranke braucht, bis die Leute wieder einsehen, dass es an ihnen liegt, am Verhalten jedes Einzelnen, dass es nicht zu einer zweiten Welle kommt.
Wir sehen, dass die Schutzkonzepte nicht wirklich umgesetzt werden.»
Sind die Lockerungen des Bundes zu schnell gekommen?
Meiner Meinung nach ganz klar. Die Grossveranstaltungen haben mir schon im Vorfeld grosse Sorgen bereitet. Wir sehen, dass die Schutzkonzepte nicht wirklich umgesetzt werden. Es ist kein Problem, wenn 300 Personen in einem Saal oder Draussen verteilt sind. Das Problem ist, wenn diese Leute Schulter an Schulter sind über eine lange Zeit.
In der momentanen besonderen Lage hat der Kanton wieder mehr Bestimmungsrecht als in der ausserordentlichen Lage. Muss er neue Massnahmen ergreifen?