«Wilde» sorgen sich um Kaltbrunner Fasnacht
In Kaltbrunn machen sich einige Leute offenbar Sorgen um die Fasnacht: Gestern Morgen erreichte die Redaktion das Bild eines Sargs, der im Dorfbach treibt. «Goht üseri Fasnacht de Bach durab?», steht in grossen weissen Lettern darauf. Die Holzbalken, an welchen der Sarg befestigt ist, können mit etwas Fantasie als Steuer- oder Fährmann erkannt werden. Steuert die Kaltbrunner Fasnacht etwa in die falsche Richtung?
Die Bereitschaft, sich für die Fasnacht zu engagieren, hat abgenommen.»Petra Jordi, OK-Präsidentin Kaltbrunner Fasnacht
Petra Jordi, OK-Präsidentin der Kaltbrunner Fasnacht, sagt, die Organisatoren seien nicht für die Installation verantwortlich. Sie habe den Sarg am Dienstagmorgen entdeckt und wisse, wer hinter der Aktion steckt: «Es gibt eine ‘wilde’ Fasnachtsgruppe in Kaltbrunn, die sich jedes Jahr etwas in dieser Art ausdenkt», erklärt sie. In den Tagen vor den Fasnachtsanlässen sei das OK deshalb jeweils gespannt, welche Überraschung es erwarte.
Georg will die Fasnacht retten
«Die Pflöcke mit dem Mantel, das ist wohl St. Georg», mutmasst Jordi: «Auf dem Kaltbrunner Wappen tötet er vom Pferd aus einen Drachen, nun soll er unsere Fasnacht retten.» Obwohl Jordi im Vorfeld nicht über die Aktion in Kenntnis gesetzt wurde, war sie gestern schon gut informiert: «Die Leute sollen so dazu angeregt werden, sich Gedanken über die Zukunft der närrischen Zeit in Kaltbrunn zu machen.» Denn diese habe sich in den letzten Jahren nicht unbedingt positiv entwickelt: «Die Gruppen für den Umzug brachten wir zwar bislang immer zusammen. Wir haben aber beispielsweise leider keine Schnitzelbänkler mehr.» Das rückläufige Interesse an der Fasnacht sei nicht nur in Kaltbrunn ein Problem: «Auch in anderen Dörfern der Region ist die Begeisterung nicht mehr gleich gross wie früher.»