Wie Chur zu einer Velostadt werden könnte
von Riccarda Hartmann
Der Bus hält. Ein Velofahrer mit Anhänger kreuzt seinen Weg, um aus der Stadt ins Grüne zu fahren. Der Bus fährt in die andere Richtung, in die Innenstadt. Velos sind ein beständiger Begleiter auf seiner rechten Seite. Auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder zu einer Verabredung. Die Leute haben ihre Zweiräder herausgeholt an diesem sonnigen, noch warmen Tag, obschon der Herbst in der Luft liegt. Vielleicht ist eine der Personen wegen der Velo-Challenge von Cyclomania mit dem Velo unterwegs?
Vom Bahnhof Chur sind es wenige Minuten bis zum Standort des Vereins Pro Velo Graubünden. Der Eingang wird von einem schwarzen, zwei grauen und einem roten Fahrrad markiert. Ist der Besitzer oder die Besitzerin eines dieser Velos mit Cyclomania unterwegs? Der Velo-Challenge im September. Eine Aktion zur Förderung des Velos als umweltfreundliches und gesundes Verkehrsmittel, an der Gemeinden oder Regionen mitmachen können. Während eines Monats können Punkte mit dem Fahrrad oder zu Fuss gesammelt werden, um Preise zu gewinnen.
Förderung der Veloinfrastruktur erwünscht
Die Stadt Chur hat die letzten zwei Jahre auch teilgenommen. Dieses Jahr jedoch nicht mehr, weil die Beteiligung unter den Erwartungen lag. «Natürlich schade, aber ich kann damit leben, wenn das Geld nun in Projekte fliesst, die noch direkter mit Chur verbunden sind», meint Simon Gredig, Geschäftsführer von Pro Velo Graubünden. Seine dunklen Haare nehmen sich, anders als unter dem Velohelm, die Freiheit heraus und stehen in alle Richtungen ab.
Projekte, die vor allem die Förderung der Veloinfrastruktur in der Stadt unterstützen, wünscht sich Simon Gredig. Schnell, ohne Umstände und sicher vorwärtskommen. Das sei das Ziel für das Velofahren in einer Stadt. Damit es attraktiv ist. Unterbrechungsfreie Strecken, Sicherheit, Komfort und Platz sind gefragt. Die Routenführung muss verständlich sein.