Widerstand gegen Wolfsabschuss
In einem offenen Brief verlangt der Verein Wildtierschutz Schweiz vom Bundesrat und vom Bundesparlament, einen sofortigen Stopp für den Abschuss von sämtlichen Wölfen zu erlassen. Adressiert ist der Brief an Bundesrätin Simonetta Sommaruga sowie an den National- und Ständerat. Unterschrieben haben die Forderung Marion Theus, Roberto A. Babst und Marcus Duff vom Wildtierschutz Schweiz.
Abschussverfahren müssten eingestellt werden, «solange die Richtlinien zum Herdenschutz sehr viel Spielraum und Interpretationsmöglichkeiten bei der Umsetzung zulassen», fordert der Verein. Zudem bemängelt er, dass die gesetzlichen Grundlagen für einen Abschuss weder klar definiert noch überprüfbar seien. Es könne nicht angehen, dass aufgrund von ungenauen Angaben, Desinformation und unbestätigten Augenzeugenaussagen Stimmung gegen den Wolf gemacht werde und Abschussbewilligungen erteilt würden, heisst es im Schreiben. «Der Verein Wildtierschutz Schweiz verurteilt diese unsachgemässe Informationspolitik aufs Schärfste und verlangt, dass der Schutz des Wolfes immer gewährt wird», so die Verfasserin und die Verfasser.
«Koexistenz ist möglich»
Der Verein betont: «Eine Koexistenz mit dem Wolf ist durchaus möglich, wie dies auf verschiedenen Alpen täglich bewiesen wird.» Von Bundesrätin Sommaruga und vom Parlament fordert Wildtierschutz Schweiz ein klares Bekenntnis zum Wolf, eine verstärkte Aufklärung zum Wolfsverhalten für Personen, die direkt mit Nutztieren in der Sömmerung zu tun haben, und eine rigorose Umsetzung des Herdenschutzes. Alle Herden seien zu schützen, so der Verein, «ansonsten müssen die Sömmerungsbeiträge gekürzt werden».
Die bisherige Bilanz zur Bündner Hochjagd
Die Schäden, die der Wolf an Nutztieren anrichtet, beläuft sich gemäss Wildtierschutz Schweiz auf rund 0,28 Prozent. Das sei marginal, verglichen mit den Gesamtschäden, die durch die Vernachlässigung bei der Sömmerung entstünden. Diesen Schaden beziffert der Verein auf rund 1,8 Prozent.
«Solange diese Punkte nicht umgesetzt sind, muss der Wolf durch ein Moratorium geschützt werden», so die Schlussfolgerung. Und schliesslich solle der Wolf gemäss Berner Konvention weiterhin streng geschützt bleiben.
Widerstand formiert sich zudem gegen den Abschuss des Leitrüden M92 am Beverin. Auf der Internetplattform Facebook hat der Fotograf Charly Gurt eine Petition gegen den Abschuss lanciert. Unterschrieben haben bis Dienstagmorgen 118 Personen.