Wenn es im November nochmals warm wird
von Felix Blumer*
Zu Beginn des Monats November gibt es häufig überdurchschnittlich warme Tage. Diese Wärmeperioden sind vor allem in der Schweiz und im Süden Deutschlands unter dem Begriff «Martinisommer» bekannt. Der Begriff orientiert sich am Martinstag, dem 11. November, obwohl die wärmsten Tage in der Regel schon kurz vor diesem Tag auftreten.
In diesem Jahr eine Punktlandung
Heute Freitag, 11. November, dem Martinstag, wird es in diesem Jahr besonders warm, speziell auf den Bergen. Auf 2000 Metern Meereshöhe werden bis 14 Grad erwartet. Auf dem Pilatus werden 13 Grad erreicht, das liegt mehr als 10 Grad über der durchschnittlichen Höchsttemperatur im November auf dem 2100 Meter hohen Berg. In Glarus dürfte der Höchstwert am Freitag bei 12 Grad liegen rund 4 Grad über dem Mittel. Nicht anders in Elm: Auch dort liegen am Freitag 12 Grad drin. Im Ort am Fusse des Martinslochs liegt der Wert sogar 6 Grad über der Referenz.
Für Meteorologen ein Plagiat
Der Begriff Martinisommer ist aus meteorologischer Sicht reiner Bluff, spricht man doch erst bei Tageshöchsttemperaturen von mehr als 25 Grad von einem Sommertag. In den vergangenen 30 Jahren gab es im November in unserem Land keinen offiziellen Messwert oberhalb der 25-Grad-Marke. Immerhin wurden in Bad Ragaz schon 24,4 Grad gemessen. Auch in der Südschweiz wurde die Sommermarke im November noch nie erreicht. Dort liegt der Höchstwert bei 24,6 Grad in Lugano.
Nur gefühlter Sommer
Der Begriff «Martinisommer» ist also relativ zu sehen, da Ende Oktober die Tage oft massiv kühler sind, und sich so die warmen Novembertage schon fast wie Sommer anfühlen.
In diesem Jahr fällt der Martinisommer allerdings nicht so stark auf wie sonst, erlebten wir doch gerade den wärmsten Oktober seit Messbeginn. Ursache für den Martinisommer sind Südwestlagen oder in den Alpentälern Föhnsituationen, wie wir sie auch in den vergangenen Tagen immer wieder erleben durften.