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Leben & Freizeit

Wenn beide Grün hatten, lügt einer

Christine Schibschid
13.02.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Zwei Autos stossen zusammen und beide Fahrer behaupten, die Ampel habe Grün für sie angezeigt. Es ist nicht der erste Unfall dieser Art, der sich vergangene Woche in Rapperswil-Jona ereignet hat. Seit 2016 kam es in der Stadt zu mindestens acht Zusammenstössen, bei denen beide Fahrer behaupteten, Grün gehabt zu haben (siehe Tabelle). Der jüngste Unfall dieser Art ereignete sich beim Bahnhofplatz. Die Polizei sucht Zeugen, die Licht ins Dunkel bringen.

Ampel werden getestet

Probleme mit solchen Unfällen gibt es in der Stadt schon länger – diese Zeitung berichtete bereits im Jahr 2014 über das Phänomen. Schon damals hiess es von der kantonalen Verkehrstechnik, dass es sich wohl eher um einen Fehler der Unfallbeteiligten als um einen der Ampelanlage handle. Das Gleiche gilt auch heute noch: «Die Lichtsignale wurden alle schon überprüft, wir konnten nichts feststellen», sagt Gian Andrea Rezzoli von der Kantonspolizei. Er empfiehlt, beim Strassenkreisinspektorat nachzufragen.

Der stellvertretende Strassenkreisinspektor Martin Manhart sagt klipp und klar: «Wenn angeblich beide Grün hatten, dann sagt einer nicht die Wahrheit.» Die Lichtsignale seien dreifach abgesichert und würden einmal jährlich von einer Spezialfirma getestet. «Selbst wenn beide Ampeln aus softwaretechnischen Gründen auf Grün springen würden, würden sie sofort anfangen zu blinken.»

Bei den jährlichen Tests würde die Ampelsoftware mit einem Spezialgerät absichtlich so manipuliert, das eine Grün-Grün-Situation entstehe. «Die Anlage muss dann blinken», so Manhart. Vielleicht seien die Beteiligten bei den entsprechenden Unfällen geblendet worden. «Aber auch dieses Problem hat sich mit den modernen LED-Lampen in den Ampeln verbessert. Sie sind besser zu erkennen als die Glühlampen früher.» Das Mass aller Dinge in solchen Fällen sei die Aussage einer neutralen Person, so Manhart.

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