Was bedeutet «Tomaten auf den Augen haben»?
Die Lehrerin bemerkt nicht, dass die Hälfte der Klasse am Abschreiben ist. Sie muss wohl Tomaten auf den Augen haben. Diese Redewendung beschriebt etwas, dass alle sehen können, aber eben doch nicht sehen. Oder auch: etwas Offensichtliches nicht bemerken. Zum Beispiel, wenn alle ein Foul gesehen haben, aber der Schiedsrichter keinen Elfmeter pfeift. Woher kommt die Redewendung? Wie so oft bei Redewendungen ist die Herkunft nicht sicher geklärt. Zu der besagten Tomaten-Redewendung gibt es gleich drei Theorien.
1. Theorie – müde Augen
Die gängigsten Tomaten sind rot. Es wird vermutet, dass rote Tomaten für müde und deshalb gerötete Augen stehen. Wenn man müde ist, färbt sich das Weisse um die Pupille herum rötlich. Wer müde ist, ist oft unaufmerksam, übersieht und bemerkt Dinge nicht.
2. Theorie – das Lichtsignal
Als die Lichtsignale neu im Strassenverkehr waren, standen oftmals zusätzlich Verkehrspolizisten bei den Lichtsignalen. Wenn Autofahrer und -fahrerinnen, wobei es damals vor allem Männer waren, nicht bei Grün losfuhren, sollen die Polizisten «Sie haben wohl Tomaten auf den Augen!», gerufen haben. Dies, weil die Fahrerinnen und Fahrer immer noch das rote Licht des Lichtsignals vor Augen haben mussten.