Warum gibt es einen Redaktionsschluss?
Die Zeitungsredaktionen von heute haben es gut: Die Artikel, die nicht von ihnen selber geschrieben werden, trudeln per Mail ein und können mit «Copy + Paste» in das Layout eingefügt werden. Das braucht ja kaum Zeit – oder?
Als mit Blei hantiert wurde
Als die «Klosterser Zeitung» 1963 gegründet wurde, sah das noch ganz anders aus. Die Titel und die Inserate wurden von Hand gesetzt; der sogenannte «Blocksatz» in Grundschrift – also quasi der Text, den Sie jetzt gerade lesen – wurde auf einer grossen Linotype-Setzmaschine gegossen. Die Schrift war seitenverkehrt, denn abgedruckt musste sie auf dem Papier ja seitenrichtig erscheinen – so wie Stempel ja auch seitenverkehrt funktionieren. Auf einem Winkelhaken wurde jeder Buchstabe für die Titelschrift einzeln aus einer Schublade hervorgeklaubt; das waren die Setzkasten, die heute noch als Wandschmuck allerhand Krimskrams beherbergen.