«Vom Huusa, em Hüsli und andere Buuwärch»
Haus, Hof, «Spiicher», Madställe, Heuställe, Alphütten, aber auch Wasserkanäle, Äcker, Wald, Wege, Mauern und Zäune: Der Bau und Unterhalt von so zahlreichen Bauwerken war eine Herkulesaufgabe welche die Einzelbauern früher nur im gemeinschaftlichen «Gmeiwärch» bewältigen konnten. Bestimmt ist es auch diesem Umstand zu verdanken, dass die Gemeinschaft bei ihren Bauwerken zu einem einheitlichen Ausdruck fand.
Kein Wunder empörten sich die Frauenkirchler, als die Gemeinde ein neues Schulhaus als trotziges Türmchen mit fast flachem Dach zwischen die hölzernen Gehöfe der Bauern der Sibelmatte baute. Es störte das harmonische Siedlungsbild, wie falsche Töne im Orchester. Zum Glück wurde es bald zu klein. Mit einem Wettbewerb unter Davoser Architekten wurde die beste Lösung gesucht, um ein grösseres neues Schulhaus gut in die Siedlung zu integrieren. Rudolf Gaberels geschindeltes Schulhaus von 1936 gelingt das meisterlich: Sein grosses Dach in der althergebrachten Neigung und Firstrichtung führt runter bis auf die Traufhöhe der umliegenden Bauernhäuser. So bindet sich der hölzerne Grossbau optimal in den Massstab der benachbarten Bauernhäuser und -ställe ein. Dieses Vorbild hätten sich spätere Bauherren ruhig etwas mehr zu Herzen nehmen können.