«Viele passen ihr Verhalten nicht an die Hitze an»
Von Tobias Soraperra
Frau Jamnicki, welche Auswirkungen kann die Hitze auf die menschliche Gesundheit haben?
Marina Jamnicki: Es kommt immer darauf an, wie heiss es ist, für wie lange und wie heiss es in der Nacht ist. Letztendlich wirkt sich die Hitze vor allem auf den Kreislauf aus und die Fähigkeit, die eigene Körpertemperatur zu regulieren. Haben wir heiss, schwitzen wir bekanntlich. Mit dem Schwitzen wird die Körpertemperatur reguliert. Wird es jedoch zu heiss, versagen diese Mechanismen. Gefährdet sind vor allem Personen, welche ohnehin schon einen vorbelasteten Kreislauf haben. Das sind Leute mit bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Problemen, Schwangere, Ältere aber auch Neugeborene und Säuglinge.
Wie können sich gerade diese Risikopersonen schützen?
Da gibt es zwei Ebenen. Das ist einerseits das persönliche Verhalten, andererseits die Gestaltung der eigenen Umgebung. Wenn es richtig heiss ist, sollte die eigene Wohnung morgens gut durchgelüftet werden. Tagsüber sollten Fenster und Fensterläden dann geschlossen gehalten werden. Auf diese Weise bleibt die Temperatur im Inneren kühl. Beim eigenen Verhalten geht es darum, Aktivitäten zu vermeiden, welche den Körper zusätzlich aufheizen, wie zum Beispiel Sport. Über die Mittagszeit joggen zu gehen ist nicht das Schlauste, was man machen kann. Es gilt, sich langsam zu bewegen. Auch luftige Kleidung zu tragen, hilft sehr. Optimale Abkühlung findet man zum Beispiel in den Badis. Allerdings muss man aufpassen, dass man nicht mit überhitztem Körper ins Wasser geht. Sehr wichtig ist ausserdem, genug zu trinken, damit der Körper den Flüssigkeitsverlust ausgleichen kann.
Welchen Einfluss hat die Dauer einer Hitzeperiode auf die Belastung des menschlichen Körpers?