«Verrückt, wie krank dieses Virus macht»
«Meine Schicht begann heute um 7 Uhr, ich war aber schon etwas früher hier, um noch in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Danach folgte die Übernahme von der Nacht- an die Frühschicht und die Einteilung der Patienten. Normalerweise betreue ich zwei Patienten, aber da wir derzeit viele Kollegen einarbeiten, war ich heute ‹nur› für einen Patienten zuständig. Ich schaute mir den ärztlichen und pflegerischen Verlauf des Patienten an und las mich in seine Krankengeschichte ein. Danach kleidete ich mich für das Isolationszimmer an: Schutzmantel, Gesichtsmaske, Schutzbrille und zum Schluss die Handschuhe. Dann ging ich ins Zimmer, in dem derzeit vier Covid-19-Patienten liegen. Dort fing ich mit der sogenannten Antrittskontrolle bei ‹meinem› Patienten und seinem Überwachungsplatz an. Dabei wird der Patient untersucht sowie Infusionen, Geräte und Materialen genau überprüft. Danach folgte die Kontrolle der Labor- und Blutwerte sowie die Körperpflege meines Patienten. Die Visite mit dem Oberarzt und dem Assistenzarzt wurde direkt am Bett durchgeführt.
Alle 16 Stunden drehen wir zu viert einen Covid-19-Patienten vom Bauch auf den Rücken. Heute hatten wir eine Patientin, welche die Rückenlage überhaupt nicht vertrug. Da mussten wir rasch reagieren.
Die Arbeit nimmt einen im Moment sowohl körperlich und als auch psychisch mit. Obwohl ich ja den «normalen» IPS-Betrieb und dessen Arbeit seit Jahren kenne und schon viel erlebt habe, ist diese Situation jetzt schon etwas aussergewöhnlich.