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Leben und Freizeit

«Vermeide, das Wort ‹faul› zu benutzen»

Damian Markutt, Geschäftsführer bei der Markutt Immobilien GmbH, und Josua Meier, Schüler der 2. Sekundarklasse, sitzen sich an einem Tisch gegenüber. Sie simulieren ein Bewerbungsgespräch. Während der eine versucht, mit Herzlichkeit und offenen Fragen den Schüler aus der Reserve zu locken, umklammert dieser nervös mit den Beinen die Stuhlbeine.
Barbara Gassler
12.03.2022, 16:55 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Beide sind Teil einer Aktion der Jungen Wirtschaftskammer (JCI) Davos. Am vergangenen Dienstag bot diese dem lehrstellendensuchenden Jahrgang der Oberstufe Davos einen Workshop an. Herzstück der Veranstaltung waren fingierten Vorstellungsgespräche mit verschiedenen JCI-Mitglieder, bei denen die angehenden Berufsleute sich im geschützten Rahmen der Situation aussetzen konnten. Damian findet denn auch lobende Worte für Josua. «Du hast dich gut vorbereitet und machst einen motivierten Eindruck.» Einzig das Wort «faul» solle er vermeiden, rät er ihm. Dieser hatte sich in jugendlicher Offenheit bei der Frage nach negativen Eigenschaften so bezeichnet. Josua nimmt noch mehr aus dem Gespräch mit: «Es hilft mir, selbstbewusster ins Gespräch zu gehen.»

Wie Josua ist es fast 70 weiteren Jugendlichen ergangen, die am Workshop teilnahmen. Aufgeteilt in Gruppen durften sie nacheinander auf einer Betriebsführung die Künzli Holz AG kennenlernen. «Ich gebe jedem 100 Franken, der noch heute unterschreibt», motivierte sie Thomas Künzli mit einem Augenzwinkern. Ernst ist es ihm hingegen, wenn er die Situation auf dem Lehrstellenmarkt anspricht: «Wir finden kaum Leute.»

Damit diejenigen, die sich bewerben, vor negativen Überraschungen sicher sind, wurden sie in einem weiteren Programmteil auf eine bewusste Nutzung des Internets hin geschult. «Wir haben sie auf die wichtigsten ‹No-Gos› hingewiesen und ihnen aufgezeigt, was ein potenzieller Lehrmeister auf diesem Weg alles in Erfahrung bringen kann», erklärt Diego Moor von der Moor Dach GmbH, der auch für die Organisation des Anlasses zuständig war. Rundum positiv waren denn auch die Rückmeldungen der Teilnehmenden. «Dieses Jahr ist es Teil einer nationalen Kampagne von JWC. Doch geht alles gut und wird es gewünscht, würden wir die Veranstaltung als festen Teil ins Jahresprogramm aufnehmen.»

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