Unvergesslich schöne Augenblicke
von Bernhard Petschen
Die erste Woche der Hochjagd liegt bereits hinter uns. Während einige Jägerinnen und Jäger sich über Jagderfolg freuen dürfen, haben andere nur unerlaubtes Wild beobachten können oder gar nichts gesehen. So ist nun mal die Jagd. Auch bei meinem Jagdfreund Robert Candinas und mir als passionierte Jäger hat sich einiges ergeben. Doch nun alles der Reihe nach.
Wie überall in den Bergen spüren auch wir in unserem Jagdgebiet in der Val Sumvitg den Herbst, der sich langsam von seiner wunderschönen Seite zeigt. Die Nächte sind kälter geworden und die Tage kürzer. Seit Jahren gehen wir im selben Gebiet auf die Hochjagd und durften uns immer wieder über Jagderfolge freuen. Die Hütte in der Val Dadens ist für die Jagd eingerichtet. Der Feldstecher, das Fernrohr und der Stutzer sind aufgehängt. Nun freuen wir uns auf den ersten Tag der Jagd, der beim Erscheinen dieses Artikels schon über eine Woche zurückliegt.
Der erste Jagdtag
Es könnte so schön sein. Das warme Bett, die wunderschönen Träume, wenn nicht mein Wecker in aller Herrgottsfrühe ununterbrochen die Glocken von Rom ertönen liesse. Sie reissen einen fast aus dem Bett. Diese kurze Aufwachzeit wird mit einem heissen Kaffee versüsst. Vor der Hütte wird das Gewehr geschultert, nun ist er da, der erste Jagdtag.
Robert Candinas hat in den letzten Tagen nicht weit von der Hütte Gämsen beobachtet und will dort sein Glück versuchen. Währenddessen liegt vor mir ein sehr weiter Weg ins Jagdgebiet. Nun trennen sich unsere Wege. Naja, das kann nur gut kommen.
Der Morgennebel ist da und bahnt sich seinen Weg durch den immer noch dicht belaubten Wald. Es ist frisch und der Himmel beginnt sich aufzuhellen. Eigentlich ist dies das perfekte Wetter, um auf die Pirsch zu gehen, aber für den Moment verweile ich seelenruhig im Hochsitz und versuche, meine verschwitzten Kleider zu wechseln.