Und wieder gehts auf und davon
Immer wieder brechen Markus und Sabrina Blum mit ihren beiden Töchtern Amira und Naira aus dem zivilisierten und komfortablen Schweizer Leben aus und suchen die Herausforderung, alleine in der Natur bestehen zu können. Bekanntheit erhielten sie, als das Fernsehen SRF 2012 über ihren zweijährigen Aussteigertraum in der Wildnis von Britisch Kolumbien (Kanada) berichtete. 2017 begleitete das Fernsehen die Blums, als sie Davos für neun Monate mit Südaustralien tauschten und als Höhepunkt für drei Monate mit Kamelen durch die Wüste zogen. Und erst letztes Jahr ritt die Familie von Mai bis Juli auf Pferden durch Kirgisistan. Mit Vorträgen und ihrer Firma «Blumundweg» bestreiten sie inzwischen einen Teil des Lebensunterhaltes. Doch nun macht sich Markus alleine auf den Weg. Am 28. April fliegt er zusammen mit dem Westschweizer Schauspieler und Abenteurer Allan Asle nach Kangerlussuaq an der Westküste von Grönland. Von dort aus geht es per Allradbus bis zum Rand des grönländischen Eisschildes, das die beiden in 25 Tagen von West nach Ost überqueren wollen. Zielort ist Tasiilaq.
Als Zweierteam unterwegs
«Dieses Abenteuer ist mein ganz persönlicher Traum», erklärt Markus Blum gegenüber der DZ. «Sabrina hat keine Lust auf Schnee und Kälte. Sie bleibt mit den Kindern hier. Mich hingegen fasziniert genau die scheinbare Eintönigkeit.» Ausserdem ticke die Uhr, meint der 47-jährige Abenteurer. «Für mich genau so wie für das grönländische Inlandeis.» So sammelt sich in Markus’ Büro allmählich die für die Expedition notwendige Ausrüstung. Allem voran warme Kleidung. Eine extra dicke Daunenjacke für die Abende im Zelt, eine mit Pelz verbrämte Kapuzenjacke für unterwegs. Gekleidet wird dann nach Zwiebelprinzip. «Lange bevor der Pelzrand zu einem überflüssigen Modeaccessoire wurde, wussten die Bewohner kalter Gegenden sein schützendes Mikroklima zu schätzen.» Auch auf ein weiteres Naturprodukt will Markus nicht verzichten und zeigt die riesigen, aus drei Schichten bestehenden Handschuhe. «Wolle wärmt noch immer am besten.» Denn von Sturm und Temperaturen bis –35 Grad oder unendlichen Tagen mit Wärme um den Gefrierpunkt rechnen die Abenteurer mit allem. Begünstigt wird ihr Unterfangen vom arktischen Frühling, in dem die Sonne auch nachts immer höher steigt. Dennoch wollen sie an einem strickten Programm festhalten. «Ich liess mich dabei von meinem Freund, Abenteurer und Polarikone Thomas Ulrich, beraten, der Grönland schon mehrmals durchquerte.» Dieser empfiehlt Marschzeiten von durchschnittlich zehn Stunden täglich und stündliche Pausen. «Egal, wie das momentane Befinden gerade ist.»