Zum Hauptinhalt springen
Leben und Freizeit

Um die Bündner Weinernte steht es gut

Anders als im vergangenen Jahr dürfen sich die Winzerinnen und Winzer im Kanton über ein bisher gutes Weinjahr freuen. Die Ernte soll sogar früher stattfinden als in anderen Jahren.
25.08.2022, 04:30 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Die Hitzetage in den vergangenen Wochen hatten so einige negative Folgen. Nicht so für die Trauben in den Bündner Weinbergen. Sie sind gar die grossen Profiteure des warmen Sommers, wie der kantonale Rebbaukommissär Walter Fromm im Interview mit Radio Südostschweiz erklärt. 

So wirkte sich die Hitze vor allem positiv in Bezug auf die Kirschessigfliege aus. Der Schädling, der Weinsorten wie Cabernet Dorsa und Dornfelder bedrohe, sei gar dezimiert worden und zeige sich viel weniger als noch im letzten Jahr. «Wir hoffen, dass wir die Lese starten können, bevor grössere Populationen des Schädlings da sind», so Fromm.

Weinlese startet schon bald 

Mitte September soll es dann auch schon so weit sein und die ersten Trauben sollen geerntet werden. Gestartet wird unter anderem mit der Sorte Riesling x Silvaner. Ende September und Anfang Oktober folgen gemäss Fromm dann nahtlos die Blauburgunder. 2021 begann die Hauptlese der Blauburgunder in der Bündner Herrschaft zwischen dem 6. und 18. Oktober.

Bezüglich der erwarteten Ernte dieses Herbstes seien schon jetzt starke Parallelen zum Jahr 2018 festzustellen, welches qualitativ und quantitativ gesehen ein sehr gutes Jahr gewesen sei, führt Fromm aus. «Die bisherigen Beobachtungen lassen darauf schliessen, dass wir eine ebenso schöne Ernte haben werden.» Die Winzerinnen und Winzer könnten mit einem guten Ertrag und entsprechend vollen Weinkellern rechnen.  

Entspannteres Jahr

Wenig überraschend also fällt das Fazit des Experten zum bisherigen Weinjahr 2022 positiv aus. «Wir haben wenig Druck gehabt, was Krankheiten betrifft, und auch Schädlinge haben sich zurückgehalten», fasst Fromm zusammen. Ganz anders als es im vergangenen Jahr noch der Fall war. Vor rund einem Jahr hatten Weinbäuerinnen und Weinbauern nämlich mit dem Falschen Mehltau, eine epidemische Pilzkrankheit, zu kämpfen. 

Falscher Mehltau bedroht Weinernte - Graubünden kommt glimpflich davon

Wie erfolgreich das laufende Weinjahr aber tatsächlich zu Ende geht, kann natürlich noch nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden. Nach der Einschätzung von Fromm sieht die Situation zurzeit aber sehr vielversprechend aus. «Die Rebberge sehen gesund aus, und auch die Trauben sehen sehr gut aus. Wenn die Ernte genau so ein Ende findet, dann sind wir sehr zufrieden.»