Ünschäs Dorli hed äm Coifför gchünnt!
Dorli Becker-Sprecher, albig gepflegt bis zur letschtän Schtund, alläs suubär und gäbutzät, grad no mid äm nassän Blätz drübär, d’Franzlän gschtreckt, di letscht Wäsch ärledigt, gätröchnät und glettät. No ä Chnopf aangäbüäzt, di Pluusän parat gleid uf äm Zuäschtubänbett und dn Rock passänd drzuä. Ez muäss i no das und ds sälb und diz und übärdobbnän und hinän dinnän und dännän im Zuägadän und häjussnän im Vorrhuus.
Dorli musste albig no und ganz typisch für sie war nach fast jedem Satz ein «Heeji».
Dieses «Heeji» wird ünsch auch fehlen. Dorli sprach noch wie die Generationen um die vorletzte Jahrhundertwende, also wie vor etwa 120 Jahren. Ihre Sprach und Wort Melodie war so einmalig, dass wir sie als Kinder fast ein wenig uusgantärät heind. Värgäälts Gott! Wir machten sie nach, denn kaum ein Mensch konnte so «hüpschisch» und fein um etwas bitten. Liebevoll war sie immer, der Friede und die Schönheit war ihr Mutter und Vater.
Wo Dorli war … ist Ordnung. Wie viele Jahre hatte Sie das Bündelti-Schuelhuus gäbutzät – blitzblank. Dorli fand den letzten Krümel in den verstecktesten Winkel, die undär dn Schtüäl geklebten Chäutschgi. Still schweigend, ohne zu murren, immer äm Fridän z’liäb.
Mit Dorli konnte man nicht schtriitän, Eine Waage geborene Frau hat «Style» und nur, wenn man sie vielleicht noch auf ihre eitel, dunkel gefärbten Haare im hohen Alter ansprach, hat sie etwas verlegen «gäböschlächlät.»
Dorli verlor als noch recht junge Frau ihren überaus geliebten Ehegatten Karli. Er war ein Prachtskerl, konnte sogar Norweger-Pullover stricken, hüpschäri als gkaufti us äm Textil-Konsumm. Wir waren ihm fast ein biz neidig! Zur damaligen Zeit in den 1970er-Jahren war das revolutionär. Doch plötzlich musste Dorli alles selber machen und zu ihren drei Kindern schauen. Es fehlte wohl an nichts, ausser äbän an Karli sellig!