«Überall dä huara Bock!»
Graubünden steht vor allem für Berge, Wintersport und Postkartensujets. Dass mit solchen Attributen gerne geworben wird, liegt auf der Hand. Und dass sich (endlich) Begriffe wie technologisches Bewusstsein und gesellschaftliche Weitsicht und Fortschritt dazu gesellen, erfreut und beruhigt zugleich. Was ich jedoch schlichtweg nicht verstehe, ist der inflationäre Einsatz unserer vermeintlichen «Allzweckwaffe» Steinbock. Der haarige, müffelnde Zeitgenosse muss sein emotionsloses Antlitz für jedes zweite Bündner Produkt hergeben und lässt die Bündner Art jenseits der Kantonsgrenzen automatisch mit bockiger Tölpelhaftigkeit assoziieren. Als hätten wir Bündner nicht schon unter anderem mit dem Klischee der Bierseligkeit und dem des überbordenden Haschischkonsums zu kämpfen. Deshalb hier und jetzt die klare Forderung: Mehr Kreativität bei der Namensgebung von Gebäude, Gebräu und Gepflogenheiten. Kai Bock meh!
Und übrigens... Kein Bündner sagt «Bündnerland»! Das heisst Graubünden, liebe Zürcherländer, Berngebieter, St. Gallisten und Basileer...