Über die Altstadt schweben mit dem neuesten Riesenrad
Es wiegt 50 Tonnen – und ist ein Leichtgewicht. Das neue Riesenrad, das seit Dienstag auf dem Rapperswiler Fischmarktplatz aufgestellt wird. «Es ist leichter als ältere Modelle», sagt Hanspeter Maier.
Der Frauenfelder ist der Betreiber des Riesenrads. Und «HP» – wie ihn in der Marktbranche alle nennen – ist kein Unbekannter: Der Vizepräsident des nationalen Schaustellerverbands geniesst den Ruf des «Chilbikönigs».
Hält der Fischmarktplatz?
Das Gewicht von Maiers Riesenrad ist jedoch eine Herausforderung: Unter dem Fischmarktplatz befindet sich die Tiefgarage des Cityparkhauses. Zu viel Last erträgt der altehrwürdige Platz am See darum nicht. «Es mussten extra Berechnungen gemacht werden», sagt Maier.
Trotzdem sei es mit den Bewilligungen sehr schnell gegangen: «Die Stadt und Rapperswil Zürichsee Tourismus waren sehr kooperativ.» Kein Wunder. Die treibende Kraft hinter dem Riesenrad ist der Tourismusdirektor Simon Elsener.
Elseners Ziel ist, während der Herbstzeit, in der touristisch nicht viel läuft, eine Attraktion für die Rosenstadt zu bieten.
Zudem bewegen ihn auch hehre Gründe: «Die Schausteller stecken wegen der Coronapandemie in einer Krise. Wir wollen die aktuelle Situation aber auch als Chance nutzen.»
Dies sieht auch Betreiber Hanspeter Maier so; er versprüht einiges an Zuversicht: «Es hat ja zum Teil Leute wie verrückt in Rapperswil. Dazu haben die Kinder Ferien und können nicht weg – das ist ideal.» Jetzt müsse nur noch das Wetter mitspielen.
Am Samstag geht es los
Zumindest für den Start an diesem Samstag scheint das Wetter – Stand jetzt – einigermassen mitzuspielen. Um 10 Uhr dreht das Riesenrad erstmals seine Runden. Der Betrieb dauert anschliessend drei Wochen. «Eine eher lange Zeit», sagt Simon Elsener.
Zufällig ist diese Dauer nicht gewählt. Denn diesen Samstag findet an gleicher Stätte erstmals der Genussmarkt statt. Der Abschluss der Riesenrad-Aktion bildet dann am 31. Oktober das Käsefest.
Kosten wird eine Fahrt fünf Franken für Kinder und sieben für Erwachsene. «Wir wollen den Marktbesuchern etwas Zusätzliches anbieten», sagt Elsener.
Optische Heimatgefühle
Das dürfte gelingen. Denn optisch passt das 34 Meter hohe Riesenrad zu den Märkten mit regionalen Produkten: Ein riesiges Edelweiss bildet die Nabe des Rads, die 24 Kabinen sind mit Schweizerkreuzen beflaggt.
Ein einziger Makel bleibt aber: Was nach Swiss Made aussieht, ist ursprünglich in Holland fabriziert worden. Erst diesen Frühling fand es den Weg in die Schweiz. «Es ist das neuste Riesenrad im Land», schwärmt Tourismusdirektor Elsener.
Aufgrund der Chilbi- und Marktabsagen vielerorts gab es heuer noch nicht viele Einsätze für Maiers Riesenrad. Technisch laufe es aber einwandfrei, sagt der Betreiber.
Erst letzte Woche stand es noch in Wetzikon im Einsatz. Dort hat sich auch das Schutzkonzept bewährt: Regelmässig werden die Fünferkabinen desinfiziert, beim Anstehen sorgen Markierungen für die nötige Distanz.
«Schwebend» über Altstadt
Den Umzug nach Rapperswil begleitet Maier mit Freude: «Der Fischmarktplatz ist wunderbar, das gibt schöne Bilder.» Er kenne Rapperswil-Jona aus früheren Einsätzen an der Chilbi. «Auch als Kind besuchte ich die Stadt mit meinen Eltern – aber das ist schon ewig her», so der 65-Jährige.
Auch wenn «Chilbikönig» Maier Rapperswil‑Jona schon kennt; eine Premiere gibt es trotzdem: «Meines Wissens stand noch nie ein Riesenrad auf dem Fischmarktplatz», sagt Elsener. «Darin über die Altstadt schweben», sei deswegen etwas noch nie Dagewesenes.