Trinkwasser in den Bündner und Glarner Bergen ist mangelhaft
Lebensmittelbetriebe sind nicht immer an die kommunale Trinkwasserversorgung angeschlossen. Vor allem dann nicht, wenn sie sich ausserhalb der Bauzone befinden. In diesem Fall müssen sie laut Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit (ALT) selbst dafür sorgen, eine Trinkwasserversorgungsanlage nach dem Stand der Technik einzurichten und zu betreiben. Insbesondere für Betriebe im alpinen Gebiet, wie Alpkäsereien, Bergrestaurants oder SAC-Hütten, sei das eine Herausforderung. Dies, weil der Boden meistens felsig, die Überdeckung gering und das Wasservorkommen bescheiden sei.
Trotzdem müsse auch bei diesen Anlagen einwandfreies Trinkwasser vorhanden sein, damit die Betriebe Lebensmittel in guter Qualität produzieren können. Von Mitte Juni bis Mitte September haben die Lebensmittelkontrolleure in Glarus und Graubünden deshalb flächendeckend 23 Trinkwasserversorgungen überprüft. Wie es in einer Mitteilung des ALT heisst, werden die kontrollierten Anlagen von 15 Alpkäsereien, sieben Bergrestaurants und einer SAC-Hütte betrieben.
18 von 23 Anlagen mangelhaft
Die Trinkwasserversorgungen von drei Restaurants, einer Alpkäserei und der SAC-Hütte wiesen keine Mängel auf, wie es weiter heisst. Bei 18 Anlagen habe sich jedoch gezeigt, dass eine gezielte Kontrolle nötig war. Die häufigsten Mängel betrafen undichte Brunnenstuben, ungesicherte Einstiegsdeckel, rostige Armaturen, fehlenden Schutz vor dem Eindringen von Insekten und Amphibien sowie einen nicht ausreichenden Quellschutz vor weidendem Vieh. Dem Unterhalt der Anlagen wurde laut Amt offensichtlich zu wenig Beachtung geschenkt.
Das ALT hat die Betreiber aufgefordert, der Wartung und dem Unterhalt der Anlagen besser nachzukommen und die baulichen Mängel zu beseitigen. (rac)
ð¦Wie steht es um die Trinkwasserversorgung in schwierigen Lagen? Im vergangenen Sommer wurden von...
Gepostet von Kanton Graubünden am Freitag, 6. November 2020