Tradition aus Klosters heisst den Winter willkommen
von Riccarda Hartmann
Flammen knistern und zischen. Orange schiessen sie in den Himmel. Verschlucken die aufgeschichteten Holzscheite auf dem Parkplatz der alten Eisbahn in Klosters. Das Feuer entzündet vom Wildmännli. Gekleidet in Tannenzweigen um die Hüfte und als Kopfbedeckung, mit braunem Stoff um die Füsse, steht das Wildmännli vor den emporreckenden Flammen. Das Grün hebt sich vom Orange-Gelb des Feuers ab. Das Licht tanzt über den nackten Oberkörper des Junggesellen. In der Hand einen Stock, daran die blaue Fahne mit dem weissen Kreuz darauf. Das Siegel von Klosters, der ehemaligen Gerichtsgemeinde im hinteren Prättigau.
Drei Tage vor dem «Sägsi-Schällätä»
So hat es wohl am 3. Dezember ausgesehen, beim Start des «Sägsi-Schällätä». Drei Tage davor ist in Klosters davon noch nichts zu sehen. Zumindest nicht tatsächlich. Aber in den Erinnerungen und Erzählungen von Erich Bernegger. Auf seinem weissen T-Shirt steht in bunten Buchstaben «Malerich». Auf seiner weissen Jeansjacke am Ellenbogen ist ein violetter Farbfleck sichtbar. Ein Maler und auch der Zunftmeister der «Schneeschällär» Zunft Klosters. Eine Zunft schützt ein Handwerk. Seit dem Mittelalter gibt es unterschiedlichste Zünfte, die gemeinsame Interessen der Leute wahren. Obwohl das «Sägsi-Schällätä» nach einem alten Brauch aussieht, wurde die erste «Schällätä» vor acht Jahren veranstaltet, wofür auch die «Schneeschällär» Zunft ins Leben gerufen wurde. «Damals haben die Gemeinde, Tourismus-Verantwortliche und Hotelierinnen und Hoteliers gefunden, sie möchten die Wintersaison mit einem kleinen Grüezi eröffnen», sagt Erich Bernegger. Ein Grüezi für die Gäste, die bereits anfangs Dezember in Klosters sind.