Torschlusspanik und der Sinn dahinter
Hattet ihr schon einmal Torschlusspanik? So einige dürften jetzt die Stirn runzeln und fragen sich, was das überhaupt bedeutet. Zumindest so einige im Umfeld der Redaktion, obwohl wir alle das Wort auch schon gehört haben. Der Begriff besteht ja aus drei Wörtern: «Tor», «Schluss» und «Panik». Aber wie soll man das jetzt verstehen?
Gemäss diversen Definitionen ist es die Angst, etwas Entscheidendes zu versäumen oder etwas nicht mehr rechtzeitig zu schaffen. Das kann zum Beispiel dann sein, wenn man aufgrund des höheren Alters keine Kinder mehr bekommen kann, obwohl man dies eigentlich möchte. Aber der passende Partner ist einfach noch nicht über den Weg gelaufen. Was passiert? Wir kriegen Torschlusspanik, also Angst, dass wir es einfach nicht mehr rechtzeitig auf die Beine kriegen.
Ursprung im Mittelalter
Der Ursprung der Torschlusspanik hat allerdings weder mit dem Alter noch mit dem Wunsch, einen Partner zu finden, zu tun. Es geht schlichtweg um die Notwendigkeit, nach Hause zu kommen. Das geht auf den mittelalterlichen Städtebau zurück.
Zur Befestigung und Verteidigung wurden die Städte von einer Stadtmauer umgeben. Die Festung war damals Sinnbild für Prestige und Reichtum. Um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, wurden die Tore bei Abenddämmerung geschlossen. Das war Pech für jene, welche nicht rechtzeitig zur Stadt zurückkamen und vor verschlossenem Tor standen. Sie waren hilflos den Räubern oder gefährlichen Tieren ausgesetzt und mussten um ihr Leben fürchten. Da konnte man schon ordentlich in Panik verfallen – also in die sogenannte Torschlusspanik. Allerdings gab es meistens noch die Möglichkeit für die Zuspätkommenden, doch noch in die Stadt hinein zu kommen: Aber nur gegen eine Gebühr, durch das sogenannte «Schlupfloch» des Tors.