Strom aus Schafmist – neuer Biogasreaktor geht ans Netz
Im spezifisch pathogenfreien (SPF) Schafstall, der letztes Jahr als Erweiterung der präklinischen Forschungseinrichtung des ARI eingeweiht worden ist, ist kürzlich eine neue Biogasanlage in Betrieb gegangen. Die Anlage verwertet Mist der SPF-Schafherde sowie von Rindern von benachbarten Bauernhöfen und erzeugt daraus erneuerbare elektrische und thermische Energie. So sollen die jährlichen Strom- und Heizkosten sowohl für die präklinische Einrichtung als auch für den Stall selbst reduziert wer-den. Darüber hinaus ist die Investition ein Leuchtturmprojekt mit Vorbildcharakter für die lokale Gemeinschaft.
40 000 Liter Öl weniger
«Für uns ist die Biogasanlage eine sehr interessante Option», erläutert Urban Lanker, Leiter der präklinischen Einrichtung und Initiator des Projekts. «Wir sind Grossverbraucher und benötigen rund um die Uhr Strom. Die präklinische Einrichtung mit ihren vielen Maschinen, darunter Lüftungsanlagen und Grosswaschanlagen, verbraucht jährlich rund 125 000 Kilowattstunden.» Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt benötigt jährlich rund 5000 Kilowattstunden.
Darüber hinaus wird die Biogasanlage genügend Überschusswärme erzeugen, um beide Gebäude zu beheizen. Allein im Fall der präklinischen Einrichtung bedeutet dies ein jährliches Einsparpotenzial von rund 40 000 Litern Heizöl. Zusätzlich kann die Wärmeenergie zur Warmwasserbereitung für die regelmässige Desinfektion der Schafställe genutzt werden, wodurch der Einsatz chemischer Desinfektionsmittel entfällt. In den wärmeren Sommermonaten kann die Wärme in den Heuspeicher geleitet werden, um dort das Viehfutter zu belüften und zu trocknen – das wiederum eines Tages selbst im Reaktor landen wird. Darüber hinaus erzeugen Photovoltaikelemente auf dem Dach der Biogasanlage zusätzliche Energie für ARI.