Zum Hauptinhalt springen
Leben & Freizeit

Spenderglück: Das Geld für den Kamin ist beisammen

Rolf Hösli
25.02.2020, 04:30 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Eindreiviertel Jahre ist es her, seit der Hochkamin beim Hänggiturm in Ennenda unrühmliche Bekanntheit erlangt hat. Aus dem rund 130 Jahre alten Fabrikschlot drohten Steine auf Strasse und Trottoir herunterzufallen, sodass die Ennetbühlerstrasse für mehrere Monate gesperrt blieb.

Seit rund einem Jahr ist die Verbindung zwischen Ennenda und Ennetbühls wieder offen, und das soll sie bleiben – auch während der Restaurierung des Hochkamins, die diesen Frühling erfolgt. «Sofern das Wetter mitspielt, werden die Bauarbeiten im April 2020 beginnen und bis zum Sommer dauern», schreibt die Anna-Göldi-Stiftung dazu.

Die Stiftung, die das Museum im Hänggiturm betreibt, gab gestern bekannt, dass das Geld für die Sanierung beisammen sei. Rund 340 000 Franken werden dafür benötigt, ein grosser Teil davon kommt von der Denkmalpflege. Rund 90 000 Franken steuert die Anna-Göldi-Stiftung selber bei. Ein Aktionskomitee unter Leitung der Juristin Veronika Britt hat innert zwölf Monaten das Geld gesammelt. Es seien «grosszügige Spenden von diversen Persönlichkeiten eingegangen», so Britt, darunter «ein namhafter Betrag der Familie Kobelt-Jenny aus Ennenda, die mit dem früheren Industrieareal verbunden ist».

Originalgetreu nachbauen

Geplant ist eine Restauration, die den ursprünglichen Zustand des Kamins wieder herstellt. «Die dafür benötigten Ziegel müssen extra hergestellt worden», verrät Projektleiter Peter Bertschinger auf Nachfrage. Das erkläre auch den die hohe Summe, die für die Restaurierung bereitgestellt wird. «Die morschen Ziegelsteine werden herausgebrochen und ersetzt. Das ist sehr aufwendig», führt Bertschinger weiter aus.

Seit der Untersuchung vom Januar 2019 ist bekannt: Auf der Nordseite des Kamins zieht sich ein Riss von unten bis oben. An seiner breitesten Stelle ist er sechs Zentimeter weit. Er wurde 1947 bereits einmal vermörtelt, brach inzwischen aber wieder auf.

Ein Zeuge der einstigen Textilindustrie

Seit einem Jahr schützt eine trichterförmige Manschette die Fussgänger vor herabfallenden Teilen. Dies soll auch während der Restauration so geschehen, sodass die Strasse höchstens in Ausnahmefällen kurz gesperrt werden muss – «allenfalls beim Heranfahren eines grossen Fahrzeuges wie einer Hebebühne», sagt Peter Bertschinger.

Mehr zum Thema: Ennenda