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Leben & Freizeit

Wieso wird uns «auf den Zahn gefühlt»?

Südostschweiz
20.06.2023, 04:30 Uhr
heute um 11:31 Uhr

Sieht sich jemand einer kritischen Prüfung unterzogen, etwa in einem Bewerbungsgespräch oder einem Französisch-Vokabeltest in der Schule, wird ihm oder ihr «auf den Zahn gefühlt». Die Bedeutung der Redewendung kann unangenehm sein, wie ihr Wortlaut bereits suggeriert. Besuche beim Zahnarzt gehören etwa kaum zu den Lieblingsbeschäftigungen der meisten Menschen.

Der Ursprung des Sprichworts ist indes nicht zweifelsfrei geklärt. Relativ gesichert scheint lediglich, dass es wirklich der Welt der Zähne entstammt. Eine Version besagt, dass sich die Wendung auf Pferdezähne bezieht: Erfahrene Pferdehändlerinnen und Pferdehändler inspizieren vor dem Kauf eines Tieres sein Gebiss – denn der Zustand der Zähne lässt zahlreiche Rückschlüsse auf das gesundheitliche Wohlergehen und die fachgerechte Haltung des Pferdes zu.

Eine zweite Variante mutmasst, der Ausdruck gehe auf eine Zeit zurück, als noch keine Zahnärzte existierten. Wer bis im 18. Jahrhundert unter Zahnschmerzen litt, aber nicht wusste, welcher Zahn für die Probleme verantwortlich zeichnete, konsultierte demnach stattdessen einen Schmied oder Barbier. Dieser ermittelte den Zustand der Zähne, indem er sie abtastete und abklopfte. Tat einer weh, wurde er – ohne jede Betäubung – gezogen. (red)

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