Wer hat eine Katze im Sack gekauft und warum?
Redewendungen sind heute nicht mehr wegzudenken. Sie werden im Alltag andauernd benutzt und das von allen Altersgruppen. Im Gegensatz zu Sprichwörtern, die aus vollständigen Sätzen bestehen, handelt es sich bei Redewendungen wie «die Katze im Sack kaufen» lediglich um Fragmente, die flexibel in unterschiedliche Sätze eingebaut werden können. Die wenigsten wissen, woher die Redewendungen, die sie benutzen, überhaupt kommen. Denn oftmals reicht der Ursprung einer Redewendung weit in die Vergangenheit zurück. Sie spiegeln kulturelle Verhältnisse wieder und wurden von Generation zu Generation weitergegeben.
Bedeutung
Eine oft benutzte Redewendung ist «die Katze im Sack kaufen». Doch was meinen wir überhaupt damit? Sie wird verwendet, um auszudrücken, dass jemand etwas erwirbt, ohne es vorher geprüft zu haben. Es wird darauf angespielt, dass jemandem Details nicht so wichtig sind oder dass sie oder er einfach jedem blind vertraut. Das böse Erwachen kommt dann meist erst zu Hause, wenn der Artikel gar nicht dem entspricht, was versprochen wurde.
Habt ihr schon einmal «die Katze im Sack gekauft»?
Andere Sprachen
Nicht nur auf Deutsch wird die Redensart verwendet, sie findet auch in zahlreichen anderen Sprachen Gebrauch. Je nach Sprache ist der Spruch im Wortlaut anders, in der Bedeutung bleibt sie jedoch gleich. Das bekannteste Beispiel hierfür ist wohl die englische Sprache, in der «buy a pig in a poke», wortwörtlich ins Deutsche übersetzt «das Schwein im Sack kaufen» geschrieben und gesagt wird. Weitere Exempel gibt es im Italienischen, in dem es «comprare a scatola chiusa» heisst, also «eine geschlossene Box kaufen» oder auch im modernen Hocharabisch, wo wiederum «ištarạ̄ samakạn fī baḥrin», zu Deutsch «den Fisch im Meer kaufen», verwendet wird, wie es in einem Eintrag auf der Internetseite «de.wikipedia.org» steht.
Ursprung: Mittelalter
Der Ursprung der Redewendung «die Katze im Sack kaufen» liegt, laut der Webseite «de.pons.com», vermutlich in einer Zeit vor über 500 Jahren. Auf den mittelalterlichen Märkten wurde damals oft mit Nutztieren gehandelt. Die Katze war im Mittelalter nicht sonderlich beliebt. Es gab einige Tiere, die deutlich nützlicher waren wie beispielsweise ein Huhn oder ein Ferkel. Nutztiere eben. Mit diesen liess sich Geld verdienen oder ein Essen zubereiten, während eine Katze im besten Fall die Mäuse aus der eigenen Wohnung fing. Jedoch soll es damals viele hinterlistige Gestalten auf den Märkten gegeben haben, die versuchten, anderen ihr Geld abzuluchsen. Wenn ein Käufer unaufmerksam oder zu gutgläubig war, kaufte er im schlimmsten Fall kein Ferkel in einem Sack, sondern nur eine für ihn nutzlose Katze.