Macht uns Kälte tatsächlich krank?
«Kind, zieh dich warm an, sonst wirst du noch krank bei dieser Kälte!» Ein Satz, den wir in jungen Jahren ständig gehört haben oder nun selbst den eigenen Kindern sagen. Mit dem Start des Herbstes und den ersten kalten Tagen hört man ihn umso öfter. Doch ist da eigentlich was dran, oder hat Kälte mit Krankheit nichts zu tun?
1930 war dem nicht so
Die Frage, ob man durch Kälte wirklich krank wird, scheint Forschende schon anfangs des 20. Jahrhunderts beschäftigt zu haben, wie es auf geo.de heisst. Ein Wissenschaftler besuchte 1930 eine arktische Insel und fragte die Bevölkerung des kleinen gefrorenen Fleckchens Land über mehrere Monate, ob sie krank wären. Fazit: nein. Die Bewohner und Bewohnerinnen wurden erst dann wieder krank, als das Eis des Meeres im Mai aufbrach und Schiffe in den Hafen einfahren konnten. Die Besatzung der Frachtschiffe schleppten mit hoher Wahrscheinlichkeit die Erreger ein.
Ein weiteres Experiment in den USA in den 1950ern bestätigte das. Eine Gruppe Menschen hatte für längere Zeit kalte Füsse, diese erkrankten nicht öfters an einer Erkältung oder anderen Krankheiten, als Testpersonen mit warmen Füssen.
Wieder ein anderes Experiments unterstrich das Ganze. Forschende in der Arktis wurden trotz der extremen Kälte nicht häufiger krank, als ihre Kollegen und Kolleginnen in wärmeren Breitengraden.
Schlussfolgernd lässt sich sagen – Kälte ist kein Virus, also macht Kälte allein nicht krank. Aber Achtung, dieses Fazit lässt sich nur mit Vorsicht geniessen.
Kälte lässt unser Immunsystem frieren
Es wird nun etwas theoretisch. Kälte sorgt dafür, dass das vegetative Nervensystem die Durchblutung der Atemwege verlangsamt, wie es weiter auf geo.de heisst. Das vegetative Nervensystem funktioniert unabhängig von unserem Bewusstsein und sorgt dafür, dass alle Organe am Leben bleiben und ihre Funktionen ausführen. Aber wieso verlangsamt es die Durchblutung? Ganz einfach: Um Wärmeverlust zu verhindern, sodass die Organe keinen Schaden davontragen.