#sofunktionierts: Was tun, wenn ich am Arbeitsplatz gemobbt werde?
Mobbing kann überall vorkommen und jeder kann betroffen sein. Doch was ist, wenn es am Arbeitsplatz passiert? Laut der Website Fachstelle Mobbing und Belästigung können depressive Verstimmungen, Konzentrations- und Schlafstörungen, sinkendes Selbstwertgefühl, Schuldgefühl etc. die Folgen sein. Im Podcast der Fachstelle Mobbing sagt Claudia Stam, Geschäftsleiterin und Psychologin, dass jede siebte Person in ihrem Berufsleben Erfahrungen mit Mobbing macht.
Als Mobbingfall gilt, wessen Würde über längere Zeit wiederholend verletzt wird. Zu solchen Verletzungen gehören zum Beispiel: schikaniert, übergangen, abgewertet, beleidigt oder ignoriert zu werden. Das Portal Mobbing Zentrale hat eine ganze Liste solcher Mobbinghandlungen. Wichtig ist jedoch, dass ein Mobbingfall von einem einmaligen Konflikt unterschieden wird.
Was sollen die Betroffenen unternehmen?
Auf keinen Fall sollten die Vorfälle ignoriert werden. Es ist wichtig, die Mobberinnen und Mobber darauf hinzuweisen, dass die Aktionen nicht in Ordnung sind. Falls dies nicht reicht, sollten die Vorgesetzten hinzugezogen werden. Notizen über die Vorfälle zu machen, sei von Vorteil, da man oft irgendwann alles durcheinanderbringt, so Stam im Podcast. Gesetzlich sind die Arbeitgebenden dazu verpflichtet, auf den Schutz der Arbeitnehmenden zu achten (OR Art. 328). Zusätzlich ist ein privater Rückhalt sehr wichtig.
Doch was kann man machen, wenn die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber nicht hilft? Hier kann man am besten auf externe Beratungsstellen (Bündner Beratungsstellen, Fachstelle Mobbing und Belästigung), oder bei grösseren Unternehmen, auf die Personalabteilung oder die interne Beratungsstelle zugehen. Sollte der Vorgesetzte der Mobber sein, was bei mehr als 50 Prozent der Vorfälle der Fall ist (so im Podcast mit Stam), kann man zusätzlich auf eine Hierarchiestufe höher zugehen. Hier ist jedoch wichtig zu unterscheiden, ob man alleine ist oder ob die ganzen Mitarbeitenden betroffen sind. Dann läge es am schlechten Führungsstil und es sei kein Mobbing.
Was sollen Beobachterinnen oder Beobachter tun?
Bemerkt man als Vorgesetzte oder als Vorgesetzter, dass Mitarbeitende mobben oder gemobbt werden, sollte eingeschritten werden. Die Situation sollte so früh wie möglich geklärt werden. Oft wird erst spät Hilfe gesucht, da der Prozess schleichend ist, steht auf der Website der Fachstelle Mobbing. Zur Prävention und Intervention bei Mobbing bietet die Fachstelle für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber Vertrauensstellen und Workshops (die Übersicht). Es hilft auch, wenn über das Thema gesprochen und klar gestellt wird, dass es nicht toleriert wird, schreibt die Weka Business Media AG, ein Anbieter von praxisrelevantem Business-Know-how und -Lösungen auf ihrer Webseite. Allgemein kann jeder und jede helfen, in dem auf Mobbingvorfälle reagiert und den Betroffenen beigestanden wird.