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Leben & Freizeit

Sofortmassnahmen beim Schulhaus Glaris

Davoser Zeitung
02.12.2022, 11:09 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Am Chummerbach war bereits vor zwei Jahren mit neuen Verbauungen begonnen worden, diese bewährten sich und hielten den Wassermassen stand. Hingegen kam es in Glaris im Bärentalerbach zu Tiefen- und Seitenerosion des Bachgerinnes.

Das Schulhaus Glaris steht am rechten Ufer des Baches auf einem steilen Hang, dessen Basis die Bachsohle bildet. Örtlich wurde dem Hang der Fuss weggerissen, und die Mauern wurden unterspült. Die Hangstabilität kann für weitere Hochwasserereignisse nicht mehr gewährleistet werden.Die Gemeinde Davos, vertreten durch Markus Hubert vom Forstbetrieb, informierte umgehend das Tiefbauamt des Kantons. «Der Forstbetrieb ist zuständig für die Wildbäche und gewährleistet für die Gemeinde während den Sommermonaten einen Pikettdienst. So kann bei solchen Unwetterereignissen rasch reagiert werden kann», sagt Hubert. Aufgeboten wurden auch die Wasserbauspezialisten der Firma Herzog Ingenieure AG, Davos. Anlässlich einer Begehung des Baches beurteilten die Fachleute gemeinsam die Schäden und setzten Prioritäten. Der Abschnitt unter dem Schulhaus im Ortolfi soll noch vor dem Winter verbaut werden, um für die Zeit der Schneeschmelze gewappnet zu sein.

Gesagt – getan

Bevor die Arbeiten draussen beginnen konnten, musste einiges geplant werden. Einerseits wurden verschiedene Varianten für den Verbau projektiert. Andererseits musste die Finanzierung sichergestellt werden. Rasch und unbürokratisch stellte das Tiefbauamt Graubünden Unterstützung durch den Kanton in Aussicht, und es konnte mit der Vorbereitung der Baustelle begonnen werden.

Die Bachufer wurden gerodet, Werkleitungen verlegt und eine Baumeistersubmission durchgeführt. Am 11. Oktober –also nur zwei Monate nach dem Hoch-wasser – fuhren die Baumaschinen der Firma Zindel AG Davos auf. Noch vor Weihnachten soll der rund 120 Meter lange Abschnitt mit Quersperren und Blocksätzen so gesichert werden, dass er langfristig auch grossen Hochwasserereig-nissen standhält. Eine so kurze Bauzeit ist nur möglich dank moderner Spezialtiefbauverfahren wie Bohrpfählen und Ankern, welche im Wasserbau erst seit wenigen Jahren eingesetzt werden. Täglich werden nun Blocksteine aus Andeer und Beton aus Frauenkirch angeliefert. Gemäss der verantwortlichen Ingenieurin Beatrice Herzog gehen die Arbeiten gut vorwärts. «Das Schwierigste war, die Wasserhaltung einzurichten. Der Oktober war viel zu warm, und der Bach führte entsprechend viel Wasser. Die Bohr- und Ankerarbeiten verlaufen nun trotz des grobblockigen Untergrundes sehr gut. Zur Zeit setzen wir drei Gruppen ein. Mehr ist aufgrund der Platzverhältnisse gar nicht möglich. Wir haben ein top motiviertes Team hier draussen mit sehr erfahrenen Maschinisten. Das ist matchentscheidend», erklärt sie. Das gemeinsame Ziel ist allen klar: Sicherheit für das Schulhaus Glaris beim nächsten Hochwasser.  (gmd)

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