So nahe wie noch nie
Es war im Februar 2020, als «Solar Orbiter» vom Nasa-Weltraumstützpunkt Cape Canaveral aus auf ihre Mission zur Sonne geschickt wurde. Sie hat die Aufgabe, sich der Sonne anzunähern, um den Forschenden zu helfen, deren Aktivität besser zu verstehen. Louise Harra, die die Mission seit ihrem Anfang begleitet, wusste unterhaltsam über die letzten Aktivitäten zu berichten. Sie erzählte, wie das Raumschiff seit seinem Start durch das Sonnensystem kreuzt. Es fliegt vorbei an der Venus sowie der Erde und holt sich dabei den nötigen Schwung, um schliesslich seine definitive Umlaufbahn um die Sonne zu erreichen.
Zu den Phänomenen, die die Wissenschaftsgemeinschaft besser zu verstehen sucht, gehören die sogennanten Sonneneruptionen. Deren enorme Energie kann Technologie auf der Erde beeinflussen und führte erst kürzlich zu Funkausfällen sowie dem Verlust von 40 von Elon Musks Space-X-Satelliten. Am 26. März kam Solar Orbiter der Sonne so nahe wie nie zuvor ein Raumschiff. An diesem Tag war die Sonde 48 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Das ist weniger als ein Drittel der Gesamtstrecke zwischen unserem Zentralgestirn und der Erde.
Aufregende Fotos
Auf dem Weg dahin fotografierte eines der Bordinstrumente das Gestirn im extremen Ultraviolet-Bereich. Dieses EUI (Extreme Ultraviolet Imager) ist eines der beiden Geräte, an deren Entwicklung und Bau das PMOD/WRC mitbeteiligt war. Harra brachte ausserdem ein Bild der Sonne in einer Auflösung mit, wie sie noch nie zuvor hatte fotografiert werden können. Es zeigt deren äussere Atmosphäre, auch Korona genannt, die mehr als eine Million Kelvin heiss wird.
Die Raumsonde habe ihre wissenschaftliche Phase erst gerade begonnen, erzählte Harra weiter. «Auf ihrem einmaligen Weg wird sie uns weiterhin neue und aufregende Resultate zeigen.» Dabei wird das Raumschiff die Sonne von ganz nah betrachten und sich allmählich auch dem Nord- und Südpol nähern, die vorher noch nie betrachtet werden konnten. «Dieses Raumschiff ist ein echter Entdecker».
Austausch und Filmerlebnis
Nachdem die wissenschaftliche Neugier gestillt war, wandte man sich dem zweiten wichtigen Geschäft des Abends zu: Dem Austausch untereinander, bevor es zum dritten wichtigen Teil des Abends ging: Der Kulturplatz zeigte den Film «Belfast», ausgesucht von Louise Harra in Erinnerung an ihre irische Heimat.