So geht man in Schulklassen mit plötzlichen Todesfällen um
Ariane Bearth-Riatsch ist Mediatorin beim 10. Schuljahr und in der Wirtschaftsschule KV in Chur. Sie ist dort die erste Anlaufstelle für Jugendliche, die sich in belastenden Situationen befinden, welche sie daran hindern, ihre beruflichen oder privaten Herausforderungen zu meistern. Das Beratungsangebot ist freiwillig, kostenlos und anonym.
«Jeder Einsatz ist so unterschiedlich, wie der jeweilige Mensch dahinter», erzählt Bearth-Riatsch. Sie schätze die Arbeit besonders deshalb, weil man oft mit wenigen Gesprächen oder Massnahmen Jugendliche auf die «richtige Bahn» zurücklenken und von Lehrabbrüchen oder ähnlichen Kurzschlusshandlungen bewahren könne.
Begleitung bei Todesfall in einer Schulklasse
Es passiere zum Glück nicht oft, aber wenn, dann brauche es Sofortmassnahmen. Teilweise müsse man innert weniger Stunden reagieren, erzählt Bearth-Riatsch: «Sie können sich vorstellen: Wenn am Abend ein tödlicher Unfall passiert, ist die Klasse am Morgen darauf im Schulzimmer und ein Platz bleibt leer.» Die Vorbereitungszeit sei knapp und man müsse entsprechend gerüstet sein. Die Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen sei dabei unerlässlich.
Das Wichtigste bei der Begleitung einer Schulklasse seien richtige Informationen. Via soziale Medien würden die Jugendlichen oft bereits viel Unwahres erfahren. In einem ersten Schritt müssten deshalb Fakten auf den Tisch gelegt werden, wobei es für Vermutungen, Be- oder gar Verurteilungen keinen Raum geben dürfe. «Diese belasten nur die Situation und nützen niemandem etwas.»