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Leben & Freizeit

Schpaate Früelig

Barbara Gassler
29.05.2021, 12:14 Uhr
vor 15 Minuten

 

Langsi, alleine das Wort lässt schon die Sehnsucht erahnen, mit der die grüne Jahreszeit im Landwassertal jeweils erwartet wurde. Dieses Jahr machte der Frühling auch die heutigen Generationen reichlich «lange Zeit». 

Doch inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass es auch hier nicht mehr ewig gehen wird, bis die letzten Schneereste verschwunden sind. Oder wie der Davoser Mundart-Dichter Otte Paul Hold (1900–1985) es so trefflich ausdrückte:

Es aabred uf de Bärge,

Es grüend im ganze Tal.

Da muoss dr Winter flüche:

Er wiicht au überall!

 

Er hed nisch lang geträtzled

Mid Riife, Isch und Schnee;

Jetzt ischt schi Macht gebroche,

Und Schäida tuod nid weh!

 

Dr Langsi chund nisch wärde,

Und ischt er hüür au schpaat,

So gseh wr nä descht‘lieber

Uf Matte, Grund und Grat!

Spät kam der Frühling schon in früheren Jahren. 

Was sonst hätte Hold zu diesem Gedicht veranlassen sollen: 

Tafaaser Bärgfrüelig

Im Underland het s Vogelsang

Und Bluoscht uf grüene Matte –

Bi-n-ünsch is s bruun am Sunnihang,

Und dräckig wiiss am Schatte!

Im Underland ghörscht Bäch und See

Im luschtige Geplätscher –

Bi-nünsch het s nüd as Iisch und Schnee,

Und in de Schtraasse Gflätscher!

Doch lose nuo – i r schtille Nacht –

Im Wald das Piischte, Schtöhne –

Wie s in de Bärge chlepft und chracht –

Dr Föhne-n-is s, dr Föhne!!

Där chund vam blawa Mittag här

Und liidt nüd Wisses meh,

Und mid me chund – wär is s wol, wäär?

Dr Früelig is s! Juhee!

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