Schneeschmelze auf dem Weissfluhjoch ist rekordverdächtig
Vor 86 Jahren hat die Expertenkommission für Schnee- und Lawinenforschung in der Schweiz damit begonnen, auf dem Weissfluhjoch oberhalb von Davos kontinuierliche, manuelle Schneemessungen durchzuführen. Wie das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF schreibt, ist das Versuchsfeld seit dem letzten Montag «ausgeapert». Dies bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt mehr als die Hälfte des Messfeldes schneefrei war. Die Schneemessungen der Winterschneedecke gehen immer früher zu Ende: So liegen sieben von zehn der frühesten Ausaperungsdaten in den vergangenen 30 Jahren. Diese Schneeschmelze von Anfang Juni ist laut Mitteilung rekordverdächtig. Die früheste erfolgte im Jahr 1947 und war damals nur drei Tage früher als heuer.
Hier die Webcam-Aufnahmen vom Versuchsfeld auf dem Weissfluhjoch:
Saharastaub hatte Einfluss – aber auch andere Faktoren
Wie bereits 1947 berichtete das SLF auch im Winter 2021/22 von mehreren starken Saharastaub-Ereignissen, die zur schnellen Schneeschmelze beigetragen haben. Hier ein Überblick des SLF über den vergangenen Winter auf dem Versuchsfeld Weissfluhjoch:
- Wegen des Saharastaubs ist seit dem 1. Mai der Schnee kontinuierlich geschmolzen. Damals lagen mit 161 Zentimetern noch 20 Zentimeter mehr Schnee als im Rekordjahr 1947.