Klimawandel macht dem Alpenschneehuhn zu schaffen
von Gianna Jäger und Andrea Sabadi
Seit Mitte der Neunzigerjahre ist der Bestand des Alpenschneehuhns um rund einen Drittel zurückgegangen. Auch wenn in den vergangenen Jahren keine weiteren Rückgänge festgestellt wurden, sind die langfristigen Aussichten für den Vogel schlecht. «Und das ist umso dramatischer, denn die Schweiz hat eine hohe internationale Verantwortung für das Überleben dieser Art», sagte Livio Rey, Mediensprecher der Schweizerischen Vogelwarte Sempach, gegenüber Radio Südostschweiz. Schliesslich würden 40 Prozent der mitteleuropäischen Population in unserem Land brüten, ein grosser Teil davon im Kanton Graubünden.
Schwindender Lebensraum
In seinem Revier benötigt das Alpenschneehuhn offene Gebiete mit wenig Vegetation und eine hohe Vielfalt an Steinen und Felsformationen. Lebensräume mit Skipisten, Bäumen und einer dichten Vegetation besiedelt es hingegen kaum. «Infolge der immer höheren Temperaturen steigt allerdings die Baumgrenze und so muss sich auch das Alpenschneehuhn in die Höhe zurückziehen», erklärt Rey. Der Lebensraum des Vogels wird also deutlich verkleinert. «Und das ist problematisch.» Hinzu kämen verschiedenste Störungen, zum einen hervorgerufen durch Menschen, die im Habitat des Alpenschneehuhns unterwegs seien. Doch auch Infrastrukturanlagen für den Wintersport stören den Lebensraum des Vogels.