«Die Leute zahlen, wenn es funktioniert»
Während die Teilnehmenden an diesem zum 67. Mal durchgeführten Treffen tendenziell eher älter und männlich sind, trifft hier eine junge, frische Frau auf die Berichterstatterin. «Ich wurde 2019 als die jüngste konservative Vertreterin ins Parlament gewählt», erzählt die 27-Jährige. Obwohl sie darin nicht sehr gut sei, geniesse sie das Skifahren und sehe in der britisch-schweizerischen Parlamentarier-Skiwoche eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Volksvertretern zu treffen. «Ich bin überzeugt, dass es wichtig ist, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Genau so wichtig ist es ausserdem zu schauen, wie andere Parlamente funktionieren.» Der Sessionsunterbruch in London sei die ideale Gelegenheit dafür.
Volles Programm
«Es ist eine fantastische Erfahrung», ist Britcliffe voller Enthusiasmus. Sei es beim Skifahren zusammen mit anderen Parlamentariern und in Begleitung von Skilehrern auf den verschiedenen Bergen. Sei es beim gemeinsamen Mittagessen in einer Skihütte oder bei den Veranstaltungen am Abend im Hotel Seehof, wo die ganze Gruppe logiert. Dort lädt die Gemeinde im Lauf der Woche auch zu einem Apéro mit Landammann Philipp Wilhelm ein. Am Donnerstagabend trifft man sich zu einem runden Tisch zu einem aktuellen Thema. Zu dieser Veranstaltung reisen auch regelmässig der schweizerische und britische Botschafter in London repektive Bern an. Dieses Jahr geht es um den Krieg in der Ukraine. «Es wird um die Reaktionen unserer beider Länder gehen und es werden sehr schwierige Gespräche sein, die geführt werden müssen.» Dennoch ist das Treffen rein privat, die Teilnehmenden zahlen alle ihren Aufenthalt selber. Britcliffe findet den Anlass jedoch wertvoll. Bei den Austauschen unter den Parlamentarieren würden Beziehungen aufgebaut und Wissen getauscht, sagt sie und kommt auf den Besuch vom Mittwoch im Spital zu sprechen. «Es ist fantastisch, die Menschen bezahlen 40 Franken im Jahr und bekommen dafür einen unglaublichen Service geboten.» Inzwischen ist sie so in Fahrt, dass sie den ungläubigen Blick ihres Gegenübers gar nicht bemerkt. War sie wirklich an unserem Spital?