«Psychologie begegnet uns an jedem Tag»
DZ: Sandy Krammer, Sie werden in Zukunft psychologisch versierte Artikel für die Davoser Zeitung schreiben. Wir möchten Sie vorab gerne vorstellen. Wer sind Sie?
Sandy Krammer: Ich freue mich darauf, Beiträge zu verfassen. Gerne gebe ich ein paar Eckpunkte über mich bekannt. In beruflicher Hinsicht bin ich promovierte Psychologin und Psychotherapeutin FSP und habe einen Magister in Rechtswissenschaften (Kriminologie). In der Vergangenheit habe ich mich jahrelang im Bereich der Forschung bewegt und diverse Projekte im Bereich der psychologischen-forensischen Forschung unterstützt und geleitet. Im Laufe der Jahre wandte ich mich mehr und mehr der psychotherapeutischen Welt zu – habe aber immer noch einen Fuss in der Forschung. Mittlerweile führe ich selbständig eine psychotherapeutische Praxis mitten in Davos an der Promenade 77, was mich sehr erfüllt. Es ist wunderbar, Personen auf ihrem Weg in ein Leben mit (noch) höherer Lebensqualität begleiten und zu ebendieser beitragen zu dürfen. Daneben bin ich Autorin mehrerer Fachbücher – zum Beispiel widmete ich mich in einem meiner Werke der mitunter bizarren Welt der Psychosomatik. In einem anderen fokussierte ich auf Kinderprobleme und wie diesen begegnet werden kann. Weitere Bücher sind in Arbeit, die Ideen gehen mir wohl nie aus. In privater Hinsicht bin ich Mutter eines Kindes im Schulalter und bewege mich zudem enorm gerne in der faszinierenden Davoser Bergwelt, die mich schon angezogen hatte, ehe ich meinen Lebensmittelpunkt hierher verlegte.
Was fasziniert Sie an der Psychologie?
Die Psychologie begleitet mich mein ganzes Leben lang. Schon früh kam ich in Berührung mit Personen, die in mir Fragen aufwarfen. So erkrankte ein guter Freund aus meiner Jugendzeit an einer paranoiden Schizophrenie. Ich verbrachte viel Zeit mit ihm und wollte verstehen, was passierte, tat es aber in keinster Weise. Auch durfte ich – ebenfalls im Jugendalter – eine befreundete Psychotherapeutin in der Betreuung ihrer Patienten unterstützen. Ich erinnere mich, wie ich mit einer an Magersucht leidenden Personen für ein gemeinsames Abendessen einkaufen ging und sie mir berichtete, dass es hinsichtlich Kalorienanzahl Unterschiede zwischen den Tomatensorten gäbe. Ob das stimmt oder nicht, weiss ich bis heute nicht, doch auch nur der Gedanke daran wäre mir selbst nie in den Sinn gekommen. Und auch hier trachtete ich danach, zu verstehen, warum sich jemand darüber Gedanken machen und das eigene Essverhalten nach solch minimalen Differenzen in der Kalorienmenge ausrichten konnte. Warum jemand vor einem gefüllten Teller sitzend verhungern kann. Es gibt viele Momente und Begegnungen dieser Art. Wenn ich zurückdenke, haben sicherlich diese den Grundstein für mein psychologisches Streben gelegt.