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«Wir schaffen eine neue Arbeitsumgebung»

12.06.2023, 04:30 Uhr

Wer am neuen Campus der INTEGRA Biosciences in Zizers vorbeifährt, ist schon allein von der Grösse beeindruckt. Doch was sich im Innern des Gebäudes abspielt, ist nicht minder beeindruckend: Auf einer riesigen Fläche entsteht die «Molding Hall», die Produktionsstätte für die Pipettenaufsätze. Diese werden künftig in Graubünden hergestellt – und praktisch in die ganze Welt geliefert.

Lohnt es sich, in der Schweiz zu produzieren?

«Mit den neuesten Möglichkeiten in der Automatisierung ist es durchaus möglich, industrielle Produktionsanlagen in der Schweiz wirtschaftlich zu betreiben», ist Armin Michel überzeugt. Und er muss es wissen: Zusammen mit einem grossen interdisziplinären Team ist der sympathische Automatisierungsprofi mitverantwortlich für die Anlage.
Neben den Anlagen mussten auch alle Prozesse von Grund auf neu entwickelt werden. Ideen wurden ausprobiert und wieder verworfen, neu überdacht und optimiert, bis das Optimum erreicht war. «Je moderner und schneller die Anlage ist, desto weniger muss von Hand eingestellt oder gar verstellt werden», erklärt Armin Michel. Denn jeder Fehler zieht mögliche Folgefehler nach sich, die es unbedingt zu vermeiden gilt.. Das bedeutet auch eine enorme Herausforderung an die Dokumentation, jeder Prozessschritt muss detailliert und möglichst nachvollziehbar abgebildet werden. «Bei diesem Automatisierungsgrad geht das nicht mehr auf Zuruf», erklärt der Fachspezialist.

Vom Automatiker zum Automatisierungsprofi

Nach seinem Werdegang befragt, zählt Armin seine beruflichen Stationen auf. Er hat eine Berufslehre als Automatiker absolviert und danach drei Jahre in der Montage gearbeitet. Bald durfte er Lernende zum Servicetechniker und Polymechaniker ausbilden, was ihm viel Freude bereitete. Nach einem Wechsel in die Elektrokonstruktion und Entwicklung absolvierte Armin Michel die Weiterbildung zum Techniker HF Elektrotechnik Fachrichtung Automation und fand so den Einstieg in dieses neue Fachgebiet. Seit zwei Jahren ist er bei INTEGRA tätig. «Ich empfand es als spannende Herausforderung, eine für das Unternehmen völlig neue Art der Produktion mit aufbauen zu können.» Armin Michel lacht: «Wir konnten buchstäblich auf der grünen Wiese anfangen. Dort, wo jetzt der Campus und die Produktionshalle stehen, war bis vor kurzem eine Wiese mit einem Erdbeerfeld.»

In der neuen Produktionshalle ist Armin Michel unter anderem auch für die Ausbildung der Teamleiter in der Automation zuständig. «Auch wenn alles hoch automatisiert ist, braucht es nicht nur Kopfwissen. Der Mensch muss eingebunden sein und verstehen, was genau passiert. Nur so kann bei eventuellen Störungen richtig gehandelt werden.»

Die Produktion startet nach dem Sommer

Derzeit wird die Halle eingerichtet, die ersten Produktionsläufe auf den neuen Anlagen sind ab Sommer geplant. Bisher wurde ausschliesslich in den USA produziert. Deshalb hat Armin Michel im vergangenen Jahr auch einige Wochen im amerikanischen Werk verbracht, um Erfahrungen zu sammeln. Eine seiner wichtigsten Erkenntnisse: Bei INTEGRA gibt es kein «Gärtchendenken», die Unterstützung war von Anfang an grossartig und man ist nach wie vor in regem Austausch, wie die Produktion überall optimiert und weiter automatisiert werden kann. «Natürlich konnten wir vom Know-how der amerikanischen Kolleginnen und Kollegen profitieren, aber hier werden wir eine viel modernere Produktionsanlage in Betrieb nehmen können.»

Ein grosser Teil davon entfällt auf die Qualitätskontrolle, dem wichtigsten Teil der Automatisierung. Die Kunden stellen höchste Ansprüche an das «Swiss Engineering». So sind allein im Entnahme-, Kontroll- und Verpackungsprozess sechs hochsensible Kamerastationen installiert, die bei höchster Produktionsgeschwindigkeit kleinste Abweichungen registrieren und Alarm schlagen.
Zu Beginn wird im Einschichtbetrieb gearbeitet, damit sich das gesamte Team gut einarbeiten und die Abläufe im Detail kennen lernen kann. Später lässt sich die Produktion auf einen 24/7-Betrieb hochskalieren.

Enorme Dimensionen

Vier Spezialistinnen und Spezialisten arbeiten aktuell im Fachteam der Abteilung Plastic. Sie sind verantwortlich für die Spritzgiessformen, Spritzgiessmaschinen sowie deren Automatisierungen und Ansprechpartner für die Produktionsteams. In der über 2'500 Quadratmeter grossen «Molding Hall», in der die «Tips» genannten Pipettenspitzen produziert werden, fallen zwei Dinge sofort ins Auge. Zum einen die über 13 Meter lange und über vier Meter breite Pipettenspitzen-Automationsanlage. «Dieses System wurde bis ins kleinste Detail für unsere Bedürfnisse konzipiert, entwickelt und gebaut», sagt Armin stolz. Und zweitens der 1'200 Quadratmeter grosse, hermetisch abgeschlossene Reinraum. Zum Vergleich: Ein Tennisfeld misst knapp 200 Quadratmeter. Für Fachleute ist klar: Je grösser der Reinraum, desto aufwändiger ist es, ihn sauber zu halten.



Zum Ausgleich ist Armin Michel viel in der Natur unterwegs und seit rund fünf Jahren auch passionierter Jäger. «Das ist für mich der ideale Ausgleich. Vor kurzem habe ich auch mit Skitouren begonnen, aber da bin ich noch ein blutiger Anfänger.» Ganz im Gegensatz zu seinem Arbeitsalltag, wo er zusammen mit dem externen Partner der Firma Zubler Handling AG wohl eine der modernsten Produktionsanlagen der Schweiz mitentwickelt hat.



Neugierig geworden? Lerne INTEGRA Biosciences kennen.



Mehr erfahren: www.integra-biosciences.com/karriere

 

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