Zum Hauptinhalt springen
Leben & Freizeit

Polizei beobachtet Hundeköder-Fundort intensiv

Südostschweiz
14.03.2019, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Es war ein helles Stück Fleisch, in dem eine etwa fingerlange Schraube steckt, das einer Frau aus Chur am Montagmittag in Schrecken versetzt hat. Ihr Hund hat das gefährliche Leckerli auf der Scalettastrasse entdeckt und wollte es essen. Gerade noch rechtzeitig konnte die Hundehalterin dazwischen gehen und ihr Tier davon abhalten, die Schraube zu schlucken, wie das Onlineportal «FM1 Today»schreibt. Der Köder scheint präpariert, weitere seien in der Umgebung jedoch nicht gefunden worden.

Die Hundehalterin teilt das Erlebnis auf Facebook. Der Post verbreitet sich rasch und weitere Hundebesitzer sprechen in den Kommentaren ihre Sorge aus.

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10161481541090511

Die Churer Stadtpolizei nimmt zu dem Vorfall auf Anfrage keine Stellung. Wie der Kantonstierarzt Giochen Bearth jedoch sagt, wurde das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit von der Stadtpolizei informiert. Gemeinsam habe man besprochen, wie weiter vorgegangen wird. «Die Polizei beobachtet das Gebiet nun intensiver», erklärt er. Das sei wichtig, denn wenn sich der Vorfall wiederhole, sei es angebracht, Hundehalter mit einer Informationstafel oder Ähnlichem zu warnen und sie darauf hinzuweisen, ihre Tiere an der Leine zu führen. «Meistens sind es aber Einzelfälle, die man eher defensiv angehen sollte», so Bearth.

Social Media ist zu vermeiden

Laut dem Kantonstierarzt ist es wichtig, dass man gefundene Köder der Polizei melde, damit diese weitere Massnahmen ergreifen, und alle nötigen Stellen informieren könne. Den Fund auf Social Media zu posten, davon rät der Kantonstierarzt ab: «Nachahmungstäter sind nicht zu unterschätzen. Leute, die dasselbe in einer anderen Form ebenfalls versuchen, weil sie es interessant finden.»

Motiv ist schwierig zu erklären

Dass Hundeköder gefunden werden, kommt laut dem Kantonstierarzt in Graubünden sporadisch immer wieder vor. Man unterscheide zwischen zwei Arten von Köder: Präparierte Köder, bei denen beispielsweise eine Rasierklinge oder einem Nagel in ein Fleischstück gesteckt wird, und Fleischstücke, die mit giftigen Substanzen versehen wurden, die sogenannten Giftköder.

Einen präparierten Köder, wie im neusten Fall von Chur, frisst ein Hund oft gierig. Das kann zu Verletzungen im Mundbereich führen. «Oder im schlimmsten Fall schluckt der Hund die Schraube ganz und der Magendarmtrakt wird verletzt», so Bearth.

Weshalb ein Mensch Hunden auf diese Weise schaden möchte, kann sich Bearth nur schwer erklären. «Da gibt es verschiedene Varianten», meint er. «Es gibt Situationen, bei denen vielleicht eine Antipathie gegenüber Hundehaltern vorhanden ist. Oder jemand wohnt an einem Weg, der viel von Hundehaltern mit ihren Tieren begangen wird, wo Hunde sich vielleicht oft im Garten versäubern oder lärmauffällig sind.»

Mehr zum Thema: Chur
Polizei beobachtet Hundeköder-Fundort intensiv | Südostschweiz