Pestizide? Fehlanzeige!
Pestizide und Rückstände von Medikamenten sowie Industriechemikalien belasten zurzeit stark kleine Bäche im Kanton St. Gallen. Wie die neusten Resultate einer Messkampagne zeigen, wurden die Grenzwerte im extremsten Fall besorgniserregend hoch überschritten – um den Faktor 160.
Doch was heisst das konkret? Der Bund hat klar festgelegt, wie hoch der Anteil der problematischen Stoffe im Wasser sein darf. Der Grenzwert liegt dort, wo die Stoffe akut oder bei längerem Kontakt chronische Schäden auslösen könnten. Das Problem: Dieser vom Bund festgelegte Wert wurde in gewissen St. Galler Bächen also um ganze 160 Mal überschritten.
Ein Würfelzucker in einem Schwimmbecken
Der Bund legt fest, dass der Anteil von Pestiziden unter 0,1 Mikrogramm pro Liter liegen muss. Das heisst: Er muss kleiner sein, als ein Würfelzucker in einem 50-Meter-Schwimmbecken. So viel zu den Relationen. Nun: Dieser Wert wurde im Kanton Graubünden nirgends überschritten. Im Gegenteil.
Der Bund kontrolliert seit mehr als zehn Jahren die Grundwasserqualität von Schweizer Flüssen und Bächen – also auch in Graubünden. Dabei wird jeweils gemessen, ob und wie viel Pestizide, Rückstände von Medikamenten oder Industriechemikalien nachgewiesen werden können.
Eine Messstation fällt auf
Die aktuellste Messkampagne vom Mai 2019 zeigt klar: An keiner der elf Messstationen im Kanton Graubünden wurde der Grenzwert überschritten. Die meisten Pestizide konnten auch nach gezielter Suche nicht nachgewiesen werden. In elf Fällen konnte Pestizid-Spuren zwar nachgewiesen werden, aber in einer solch geringen Menge, dass es noch weit unter dem Grenzwert liegt.