Ohne Wasser keine Bildung
Von Lorena Tino
Renntenue und Veloschuhe an, Helm auf und los gehts. Moment. Den Wasserkanister vergessen. Jetzt kann es losgehen. Wasserkanister und Velorennen? Genau. So geht es im Rennteam der Stiftung Summits4Hope seit diesem Sommer zu und her. An einem lauen Sommerabend empfangen wir einen Teil des Rennteams von der Stiftung Summits4Hope im Medienhaus in Chur. Gründer Gilbert Fisch mit den zwei Bündner Spendenfahrenden Annette Friedrich-Dönz und Christoph Trappitsch. Allesamt mit Fahrrad, Teambekleidung und Wasserkanister. Dass alle drei mit vollem Einsatz dabei sind, wird schon nach einem kurzen Wortwechsel klar. Aber beginnen wir am Anfang.
Mit gelben 20-Liter-Kanistern
Mosambik. Afrika. Ein Land, in welchem der grösste Teil der Bevölkerung keinen Zugang zu Trinkwasser hat. Ein Land zu dessen Bevölkerung eine erschreckend hohe Zahl an Analphabeten gehört. Eine Bevölkerung, die zu 44 Prozent aus unter fünfzehnjährigen Kindern besteht. Und genau hier setzt die Stiftung Summits4Hope an. Mit Herzblut und Schweiss setzt sich der Gründer Gilbert Fisch und sein Team für den Fortschritt in Mosambik und Kenia ein. Besonders liegen ihm die Gewährleistung von Wasserversorgung, Zuflucht und Bildung am Herzen. Denn wo es kein Wasser gibt, ist die Bildung noch ferner. Für das aktuelle Projekt «WASH (Wasser, Sanitäreinrichtungen, Hygiene)» werden diesen Sommer fleissig Spenden für sanitäre Anlagen gesammelt. Dies aber nicht auf konventionelle Art und Weise, sondern mit aussergewöhnlichen sportlichen Leistungen. Hier kommen Christoph Trappitsch und Annette Friedrich-Dönz zum Einsatz. Die beiden stehen regelmässig an der Startlinie von diversen Rennen, um die Projekte für die Kinder in Ostafrika zu unterstützen. Dafür haben sie das Rad aber nicht neu erfunden. «Wir nutzen dazu das klassische System vom Sponsorenlauf», erklärt Gilbert Fisch. Trotzdem gehen sie nicht in der Menge unter, denn mit einer neuen Aktion sorgt das Team an den Rennen für Aufsehen und setzt dazu noch ein Zeichen. Das Team fährt mit gelben 20-Liter-Kanistern auf dem Rücken, quasi als Wasserträger und Wasserträgerinnen, an den Rennen mit. «Selbstverständlich sind sie leer. Ansonsten wäre es zu gefährlich», löst der Gründer auf. Es geht aber um eine wichtige Botschaft. Es regt zum Nachdenken an. Täglich müssen unzählige Menschen auf der Welt kilometerlange Fussmärsche auf sich nehmen, um an Trinkwasser zu gelangen. Dies mit Wasserkanistern auf dem Rücken. Viel zu viel Zeit und Kraft wird täglich dafür benötigt, um gegen die Wassernot zu kämpfen. Es konnten schon einige Projekte in Kenia und Mosambik umgesetzt werden. Finanziert durch die erzielten Spenden von diversen Lauf- und Radrennen, an welchen die Stiftung teilgenommen hat. Sanitäre Anlagen und Schulen konnten entweder renoviert oder neu gebaut werden. Die langfristigen Bildungsprogramme ermöglichen den Kindern den Schulbesuch, was oft der einzige Weg aus der Armut ist.