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Leben & Freizeit

Noch haben die Bündner Fische genügend kühles Wasser

Südostschweiz
22.07.2022, 16:00 Uhr
gestern um 16:30 Uhr

von Manuela Meuli und Simone Zwinggi

Wenig Wasser in den Flüssen und Seen, warme Wassertemperaturen: Wie der Schweizerische Fischereiverband am Mittwoch mitteilte, kämpfen vor allem Forellen und Äschen aufgrund der aktuellen Wettersituation ums nackte Überleben. «Die Fische brauchen kühles, sauerstoffreiches Wasser zum Überleben», erklärt Conradin Knupfer auf Anfrage von Radio Südostschweiz. «Und es sollte eine gewisse Tiefe haben, damit sich die Fische zurückziehen können.» Knupfer ist Vizepräsident des Bündner Fischereiverbandes. Auch in Graubünden seien die Pegelstände in den Bächen und Flüssen derzeit tief. Vor allem in kleineren Seitenbächen werde das zum Problem, so Knupfer. «Wenn Teilbereiche des Gewässersystems austrocknen, sterben auch Kleinlebewesen. Dann wiederum fehlt es den Fischen an Nahrung.»

Aktuell keine Probleme

Aktuell, so Knupfer, gebe es in Graubünden noch keine grösseren Probleme. Es sei ihm erst eine Notabfischung bekannt – in einem Seitenbach im Gebiet Thusis-Hinterrhein. «Im Gegensatz zum Unterland haben wir noch genug und genügend kühles Wasser», sagt Knupfer. Handlungsbedarf würde dann entstehen, wenn das Wetter in den nächsten zwei, drei Wochen unverändert heiss und trocken bliebe. 

Angespannte Situation für Bündner Fische

Augenmass bei der Wasserentnahme 

Was also empfiehlt Knupfer, damit es den Fischen in den Bündner Gewässern weiterhin gut geht? «Das wenige Wasser, das wir noch haben, sollten wir möglichst unberührt lassen, damit den Fischen genügend Lebensraum bleibt.» Also die ohnehin schon spärlich gefüllten Restwasserstrecken bei der Stromproduktion nicht tangieren und bei Wasserentnahmen ein gesundes Augenmass walten lassen.

Die einfachste Lösung zur Entschärfung der Situation aber wäre ein Landregen. «Also ein nicht sehr starker, aber permanenter Regen über zwei bis drei Tage, der die Reservoirs wieder auffüllen würde», so Knupfer.

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