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Leben & Freizeit

Für drei Franken in den Caritas-Markt Chur

Südostschweiz
02.05.2023, 11:00 Uhr
heute um 11:31 Uhr

Der Caritas-Markt in Chur bietet Besitzerinnen und Besitzern einer Kulturlegi-Karte Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs zu stark vergünstigten Preisen an. Das Angebot wird mehrheitlich von Personen aus dem Grossraum Chur genutzt – deutlich weniger Kundschaft kommt aus den entlegenen Regionen Graubündens, wie es in einer Mitteilung heisst. Dies soll sich nun ändern. Dafür haben Caritas Graubünden, Graubündner Kantonalbank, Rhätische Bahn und Postauto ein entsprechendes Angebot lanciert.

Unterstützung für Familien und Einzelpersonen

Armutsbetroffene Menschen aus dem ganzen Kanton Graubünden haben ab Mai die Möglichkeit, zwei Mal pro Monat für drei Franken ein Zug- oder Busbillett nach Chur und zurück zu beziehen – egal, wo sie einsteigen. Vom Angebot profitieren Einzelpersonen sowie Familien, die eine Kultur-Legi besitzen und ausserhalb von Chur wohnen. Nutzerinnen und Nutzer des Billetts müssen im Caritas-Markt einen Mindesteinkauf von 20 Franken tätigen und sich nach ihrem Einkauf bei der Kasse melden, um beim nächsten Einkauf erneut vom Angebot profitieren zu können.

Letztes Jahr 50 Prozent mehr Kundschaft

«Viele Personen mit kleinem Budget können sich ein reguläres ÖV-Billett kaum leisten. Mit dem ermässigten Ticket erhalten sie nun einen besseren Zugang zu stark vergünstigten Lebensmitteln im Caritas-Markt», wird Alessandro Della Vedova, Geschäftsleiter von Caritas Graubünden, in der Mitteilung zitiert. Dass dafür eine grosse Nachfrage bestehe, zeigten die Kundenfrequenzen des letzten Jahres.

Gegenüber dem Vorjahr verzeichnete der Laden in Chur fast 50 Prozent mehr Kundinnen und Kunden. Hauptursache sei die Teuerung: Vor allem die Preise von Grundnahrungsmitteln wie Teigwaren, Reis, Öl oder Milch sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen. «Viele Armutsbetroffene können sich einen Einkauf in einem ‹normalen› Supermarkt nicht mehr leisten», sagt Della Vedova.

Dreijähriges Pilotprojekt

Mit dem neuen Angebot wollen die vier beteiligten Organisationen einen Beitrag zur Linderung der Armut in den Randregionen Graubündens leisten. Das Pilotprojekt sei vorerst für drei Jahre angelegt. Anschliessend werde eine Weiterführung geprüft, heisst es weiter. (dje)

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