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Leben & Freizeit

Neuer Auftritt für Bündner Gefängnisprodukte

Südostschweiz
01.09.2020, 14:00 Uhr
heute um 11:31 Uhr

Holz, Metall, Kunststoff: die geschlossene Justizvollzugsanstalt Cazis Tignez und die angrenzende offene Justizvollzugsanstalt Realta stellen Produkte aus vielerlei Werkstoffen her. Der Landwirtschaftsbetrieb der Justizvollzugsanstalt Realta produziert Fleisch, Gemüse und Früchte. Nebst der Fertigung eigener Produktelinien führen die Werkbetriebe auch Produktionsaufträge für das regionale Gewerbe aus. Die Produkte werden neu gemäss Amt für Justizvollzug gemeinsam unter dem Markennamen «inhaft geschaffen» vermarktet.

Das Design soll vermitteln, wofür die Justizvollzugsanstalten Graubünden stehen: «Qualität, individuelle und kreative Fertigungen, Regionalität sowie Nachhaltigkeit», heisst es in der Mitteilung. Kernbotschaft der neuen Marke ist, dass die Menschen, welche die Produkte herstellen, nicht in Freiheit leben.

Inhaftiertenarbeit ist wichtig

Das Strafgesetzbuch verpflichtet Insassen von Justizvollzugsanstalten zur Arbeit. Dies ist ein wichtiger Teil zum Erfolg der Haftstrafe, wie es in der Mitteilung heisst. Die Aktivierung durch Arbeit trage wesentlich dazu bei, die sozialen und beruflichen Fähigkeiten der Inhaftierten zu fördern. Damit würden sich die Chancen auf ein straffreies und eigenverantwortliches Leben nach dem Strafvollzug erhöhen. Die Deklaration der Produkte mit der Marke «inhaft geschaffen» gibt der Inhaftiertenarbeit ein Gesicht und Wertschätzung – ein Anliegen des Amts für Justizvollzug.

Platz für 152 Insassen

Die neue Justizvollzugsanstalt in Cazis wurde im letzten Oktober fertiggestellt und nach einer Bauzeit von drei Jahren eröffnet. Die ganze Anstalt ist rund 50'000 Quadratmeter gross – was etwa sieben Fussballfeldern entspricht – und bietet Platz für 152 Insassen. Die neue geschlossene Justizvollzugsanstalt Tignez in Cazis haben der Kanton Graubünden mit 86 Millionen und der Bund mit 33 Millionen Franken finanziert. (kea)