Ein Werkzeug der Astrologie
Von Cindy Ziegler
Wir werfen gleich zu Beginn einen Blick zurück. Oder gleich mehrere. Die Astrologie, was übersetzt in etwa Sterndeutung heisst, wurde schon in der vorchristlichen Zeit in verschiedenen Kulturkreisen praktiziert. In Europa hat die Astrologie eine durchaus wechselhafte Geschichte. Als das Christentum im Römischen Reich zur Staatsreligion erhoben wurde, wurde die Astrologie bekämpft. Im späten Mittelalter erlebte sie jedoch eine Renaissance, die bis ins 17. Jahrhundert anhielt. Mit der Aufklärung trennten sich nicht nur die Bereiche Astrologie und Astronomie, die bis dahin als eine Disziplin verstanden wurden, sondern der Astrologie wurde auch ihre Plausibilität aberkannt. Seither sieht sich die Astrologie noch immer mit starken Schwankungen konfrontiert. Heute gilt sie als Pseudowissenschaft, auch wenn einige bis heute gültige wissenschaftliche Theorien, wie beispielsweise die Gezeitentheorie, mit aus der Astrologie entstammen.
Mit Vorurteilen aufräumen
Im Heute sitzen Albert Flepp und Caroline Vils in einem Sitzungszimmer im Medienhaus in Chur. Er Ingenieur, sie Juristin, beide mit astrologischer Ausbildung. Sie möchten über ihre Leidenschaft, die Astrologie, sprechen, über die neugegründete Astrologengruppe Graubünden und vor allem mit Vorurteilen aufräumen. Im Juni fand sich ein Grossteil der Bündner Astrologinnen und Astrologen zusammen. Sie tauschten sich aus, sprachen über die Qualität der astrologischen Beratungen und überlegten, wie ihre Disziplin in der Öffentlichkeit bekannter werden könnte.
Albert Flipp
Eine gar nicht mal so einfache Aufgabe, denn die Skepsis ist gross. Das merken auch Albert Flepp und Caroline Vils immer wieder. Einerseits haben sie Verständnis dafür, andererseits bedauern sie, dass die grössten Kritikerinnen und Kritiker sich oft weder mit Astrologie befasst noch sich tatsächlich darauf eingelassen hätten. «Ich denke, jetzt ist eine gute Zeit, das zu ändern», meint Albert Flepp. Mit dem Zusammentreffen von Jupiter und Saturn am 21. Dezember 2020 im Luftzeichen Wassermann wurde der 200-jährige Erdelement-Zyklus beendet und der Wechsel zum Luftelement-Zyklus vollzogen. Dieser Zykluswechsel wird statische und festgefahrene Gewohnheiten und Denkweisen aufweichen und neue Lösungsansätze fördern. Zugegeben, das dürfte für manche etwas esoterisch tönen.