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Leben & Freizeit

Munitionsverseucht: Rossboden und Wichlen sind belastet

Nadine Hinder
02.03.2020, 04:30 Uhr
heute um 12:16 Uhr

Das Dorf Mitholz im Kandertal wird in zehn Jahren für die darauffolgenden zehn Jahre zur Geisterstadt. Die Bewohner müssen für diese Zeit wegziehen. Dies, weil die Munition in in diesen Lagern gewisse Gefahren mit sich bringt, wie das Unglück 1947 in Mitholz zeigte. Damals gab es mehrere Explosionen im Berg. Neun Personen kamen ums Leben und alle Häuser des Dorfes wurden zerstört oder beschädigt, wie SRF damals berichtete.

Ein solcher Fall wie in Mitholz damals und heute sollte es in der Südostschweiz nicht geben. Das sei ein einmaliger Fall, wie Carolina Bohren vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sagt. Dennoch gibt es einige Gebiete, die im Auge behalten werden. Das VBS führt gemäss der Altlasten-Verordnung ein Register mit den belasteten Standorten. Darin sind schweizweit rund 2550 belastete Standorte aufgeführt. Dazu gehören ehemalige Schiessplätze, Betriebs- und Unfallstandorte.

«Die Untersuchung dieser Orte umfasst eine historische Untersuchung – im Wesentlichen eine Beurteilung aufgrund von Akten und weiteren Quellen –, wie auch eine technische Untersuchung, bei der der Boden untersucht wird», erklärt Bohren. Gestützt auf diese Ergebnisse könne in der Regel beurteilt werden, ob ein Standort saniert werden müsse oder nicht.

Rote Markierungen in der Südostschweiz

Rot markierte, also belastete und sanierungsbedürftige Standorte, gibt es in Graubünden in Chur beim Rossboden am Fusse des Calandas, in Fläsch auf dem Lutzisteig und auf der Alp Sezner im Val Lumnezia. Im Kanton Glarus sind es die Alp Oberlängenegg, Walenberg und Wichlen. Bei all diesen Standorten handelt es sich um Zielgebiete von Schiessplätzen. Im Sarganserland, wie auch entlang des Walensees gibt es keine roten Markierungen im Register vom VBS.

Von den rund 2550 Standorten in der Schweiz sind rund 800 abschliessend untersucht und weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig. Hier besteht kein weiterer Handlungsbedarf. Des Weiteren wurden insgesamt 95 Standorte, davon 45 Zielgebiete von militärischen Schiessplätzen, saniert. So der Stand heute, gemäss Bohren.