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Leben & Freizeit

«Mitänand redä»

Conradin Liesch
02.04.2022, 15:00 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Aufgewachsen in St. Antönien, von 13 bis 16 in Kandersteg wohnthaft, entschloss sich Luzi Brosi, nach der Schule wieder zu seinen Wurzeln, in die Bündner Berge, zurückzukehren.

Bei der Trumpf Schweiz AG absolvierte er eine Lehre als Automatiker. Nachher kam der Militärdienst dran. Er diente ein Jahr durch.

Anschliessend konnte er wieder für seinen Lehrbetrieb arbeiten. Als Monteur für Flachbett-Lasermaschinen war er – ausser in der Schweiz – rund um die Welt tätig: USA, Afrika, Malaysia, Südkorea und an vielen andern Orten mehr. «Das brauchte ich irgendwie», erzählt er, «es zeigte mir, wie schön es an anderen Orten auf der Welt ist und doch auch, wie gut wir es haben, gerade auch in Klosters.»

Luzi Brosi entschloss sich dann, eine zweite Lehre zu absolvieren und wurde Schreiner. «Das gefiel mir super, und so arbeitete ich rund sechs Jahre auf diesem Beruf.» Jetzt ist er quasi in einer Schnittstelle zwischen den erlernten Berufen tätig und betreut Holzbearbeitungsmaschinen bei der Strolz AG in Fideris. Eine Tätigkeit, die eine riesige Bandbreite aufweist und für ihn sehr spannend ist.

Er ist glücklich mitten in den Klosterser Bergen, schätzt hier das tolle Umfeld und seine Kollegen. Allerdings steht für ihn momentan – nach dem Zügeln – etwas ganz anderes im Zentrum: Er wird Vater und freut sich sichtlich auf diesen neuen wichtigen Lebensabschnitt.

Sich für die Gemeinde einsetzen

Die Motivation für seinen politischen Einsatz im Gemeinderat holte er aus dem Willen, nicht nur die Faust im Sack zu machen wie so viele, sondern sich für die Gemeinde einzusetzen.

Themen, die ihn als Gemeinderat beschäftigen, gibt es einige. So etwa die Schaffung von Wohnraum für Einheimische: «Dass die Bürgergemeinde Boden zur Verfügung stellt, ist ein guter
Ansatz, aber das ist noch nicht ausgeschöpft», hält er fest. Er kann sich etwa vorstellen, dass künftig auch mehrere Partien zusammen eine Parzelle nutzen könnten.

In diesem Zusammenhang bereitet ihm die geplante Auszonung von Baugrundstücken – wie vielen anderen – einiges Kopfzerbrechen: «Man versucht ja das Möglichste, um nicht grundlos auszuzonen, auch der Vorstand, aber es wird wohl sehr schwierig sein, allen gerecht zu werden», vermutet er.

Angenehmes Klima im Gemeinderat

Luzi Brosi freut es, dass im Gemeinderat aufeinander zugegangen wird: «Man hört einander zu, darf aber verschiedene Meinungen haben. Es ist zwar nicht immer leicht, aber wir ziehen doch am gleichen Strick. Zudem wird nicht gewurstelt, sondern alles offen dargelegt, auch die Bevölkerung wird informiert.» Zielführend ist für ihn, dass nicht hinter verschlossenen Türen gemauschelt wird, sondern transparent kommuniziert wird.

Tempo 30 grosses Fragezeichen

An der ausserordentlichen Gemeinderatssitzung vom 15. März exponierte sich Luzi Brosi bezüglich der Beschwerde gegen das Lärmsanierungsprojekt des Kantons; er steht damit aber beileibe nicht allein da. «Die Sicherheit ist keine Frage, auch für mich nicht, und die Haltung des Gemeinderates dazu war eindeutig», stellt er fest. Das sieht er tagtäglich, da er gegenüber des Schulhauses wohnt. «Aber aufgegleist wurde es wegen des Lärms, und da sehe ich schon Fragezeichen. Die Gemeinde soll diese aufzeigen. Das Verwaltungsgericht wird entscheiden, aber keine Chance hat man nicht», ist er überzeugt und ergänzt: «Wenn es die Umfahrungsstrasse nicht gäbe, wären wir nicht am darüber diskutieren, Lärm hin oder her.»

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